Fallschirmjäger probten ihre Sprünge – Zwei leichte Unfälle

Zurück auf festen Boden: Jeweils vier Sprünge absolvierten die 96 Soldaten aus Stadtallendorf. Sie sprangen mit Rundkappenschirmen, die nur schwer zu steuern sind. Foto: Wieber

Rörshain. Für sie ist Fallschirmspringen wie für andere der Weg zur Arbeitsstelle. Und ständiges Üben ist für die Stadtallendorfer Fallschirmjäger Pflicht. Zwei Tage lang stellten die Soldaten der in der Herrenwaldkaserne stationierten Stabskompanie der Division Spezielle Operationen (DSO) auf dem Sportplatz in Rörshain ihre Fertigkeiten beim praktischen Fallschirmsprung unter Beweis.

Mindestens vier Sprünge im Jahr brauchen die Spezialisten, damit der Springerschein verlängert wird. Während die Freifaller aus Höhen um die 4000 Meter abspringen und den Zeitpunkt der Fallschirmöffnung selbst bestimmen, wird der Fallschirm beim Automatiksprung durch eine Aufziehleine automatisch geöffnet.

Fallschirmjäger aus Stadtallendorf üben Springen

Die Ausbildungsleiter und Absetzer hatten die beiden Transporthubschrauber, die zum Transport der Springer eingesetzt wurden, am Sportplatz vorbereitet. Sie bauten Spanngurte ein. Diese verfügen über Ösen, in welche die auf dem Kabinenboden sitzenden Springer vor dem Absprung ihre Reißleinen einhakten.

Die Maschine nahm sechs Fallschirmspringer auf und transportierte sie auf die Sprunghöhe von 400 bis 500 Meter. Jeder der Fallschirmjäger trug einen Hauptfallschirm auf dem Rücken, der automatisch aufgezogen wurde. Bei einem Problem konnte der Springer den Reservefallschirm, den er vor der Brust trug, mit der Hand öffnen.

Die Fläche am Ortsrand von Rörshain, auf der die Springer landeten, bedurfte keiner Vorbereitung. „Die Springer brauchen einfach nur ein Gelände, das keine Hindernisse wie Strommasten, große Bäume oder Buschreihen aufweist. Auch der Bewuchs wie Raps- oder Maisfelder in der Landezone darf eine bestimmte Höhe nicht überschreiten“, erklärte Oberleutnant Stefan Lattayer.

Da die so genannten Rundkappenschirme im Gegensatz zu denen der Freifaller durch die Springer kaum zu steuern sind, darf der Seitenwind nicht stärker als 35 Kilometer sein. Bei höheren Windgeschwindigkeiten springen die Soldaten nicht.

Ihre Schirme brauchten die Automatikspringer nicht selbst zu packen. Diese bekommen sie aus verschiedenen Depots der Bundeswehr fertig gepackt geliefert. Genau 392 gepackte Schirme hatten die Verantwortlichen auf einem Lastwagen mitgebracht, und somit konnte jeder der 96 Springer an beiden Tagen seine geforderten vier Sprünge absolvieren.

Bei Unfällen verletzten sich zwei Springer am ersten Tag (wir berichteten) leicht. Nach der Erstversorgung am Unfallort wurden sie zur weiteren Behandlung in die Klinik Schwalmstadt verlegt.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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