Bundesweite Fachtagung: 130 Gäste besuchten Tag der Hauswirtschaft in Hephata

Arbeit achtsamer angehen

Informierten zum Thema: Beate Nebel, Maik Dietrich-Gibhardt, Sascha Kühnau, Dr. Dieter Bödeker und Moderatorin Astrid von Teubern (von links). Auf dem Foto fehlt Prof. Dr. Elke Huth. Foto: Rose

Treysa. Wer in hauswirtschaftlichen Berufen arbeitet, erfährt häufig nicht genug Wertschätzung: „Das muss sich ändern“, findet Hauswirtschaftsmeisterin Beate Nebel vom Zentralbereich Wirtschaft und Versorgung. Am gestrigen Welttag der Hauswirtschaft fand in Hephata rund ums Thema eine bundesweite Fachtagung statt. 130 Fach- und Führungskräfte informierten sich über Lebensmittelhygiene, die neuen Wäscheleitlinien und körpergerechtes Arbeiten. Zu den Themen sprachen Dr. Dieter Bödeker, Veterinärmediziner und Hygieneberater, Sascha Kühnau, Ökotrophologe und Koch sowie die Ökotrophologin Prof. Dr. Elke Huth.

Direktor Maik Dietrich-Gibhardt erklärte, dass sich der Blick der Speisenversorgung in Hephata zunehmend auch auf externe Kunden richte. „Sieben Schulen werden derzeit versorgt.“ Hergestellt würden pro Tag insgesamt 1800 Essen.

Die Beschäftigten des Hauswirtschaftsbereichs stellten nach den Mitarbeitern im Betreuungsdienst die zahlenmäßig stärkste Mitarbeitergruppe dar. Neuerungen in der Lebensmittelhygiene beleuchtete Bödeker: Unter anderem sehe eine Verordnung die Kenntlichmachung von Lebensmittelkomponenten vor, die häufig Auslöser von allergischen Reaktionen seien.

„Die Kennzeichnungspflicht betrifft nur die Zutaten, die absichtlich bei der Produktion hinzugefügt wurden“, verdeutlichte der Experte. Durch EHEC-Bakterien erkrankten 2011 3842 Menschen. Hieraus sei eine Verordnung zur Untersuchung von Sprossen erlassen worden.

Druck ist gewachsen

Die neuen Wäscheleitlinien stellte Sascha Kühnau vor: Unter anderem erläuterte er den Umgang mit Krankenhauswäsche, aber auch Ideen zur diskreten Wäschekennzeichnung. Anregungen gab der Ökotrophologe zudem zur maschinellen Ausstattung, der Wäscheaufbewahrung und der Wäschesammlung. Um bewusstes Bewegen ging es im Vortrag von Prof. Dr. Elke Huth. Der Druck auf die Reinigungskräfte habe sich hinsichtlich der Arbeitsintensivierung verstärkt: „Es sind fast ausschließlich Frauen, die diesen Druck aushalten müssen.“ Sie würden dabei häufig nicht wahrnehmen, dass sie eigene Grenzen überschreiten. Das Lernkonzept „Körpergerechtes Arbeiten“ ziele darauf ab, dass Reinigungskräfte dazu angeregt würden, ungesunde Bewegungsabläufe wahrzunehmen und sie in körpergünstiges Verhalten „umzuprogrammieren“.

Mehr laufen

Hierfür empfahl Huth gezielte Übungen. „Die wesentliche Botschaft ist, mehr die Beine einzusetzen, um den Rücken und den Schulter-Nacken-Bereich zu schonen“, sagte sie. Das Lernkonzept sei wissenschaftlich begleitet worden. Das Ergebnis könne sich sehen lassen. „Nach dem Kurs achteten knapp 84 Prozent der Reinigungskräfte auf ihren Rücken.“ UMFRAGE

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare