Arbeit mit Flüchtlingen: Wie die Musik verbindet

Auch wenn nicht immer jeder Ton sitzt: Bei den Musik-Workshops können sich die Flüchtlinge ausprobieren. Viele Ehrenamtliche unterstützen sie dabei. Foto: privat

Wabern. Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer spielen und singen in Wabern zusammen. Demnächst findet ein Auftritt statt.

Durch die alte Werkstatt hallt lautes Klatschen. Die Männer und Frauen stehen im Kreis. Sie machen einen Schritt nach links - und wieder einen nach rechts. „Tschabb“ und „Raast“ Links und rechts. Andreas Köthe gibt auf Persisch den Takt vor. Die Flüchtlinge grooven sich ein für ihr Spiel an Gitarre, Bongos und Keyboard.

Seit April treffen sich Flüchtlinge aus Iran, Afghanistan, Syrien, Eritrea und Somalia einmal die Woche auf dem Karlshof in Wabern. „Solche Orte sind perfekt“, sagt Musiker und Workshop-Leiter Andreas Köthe. „Hier kannst du mit Kreide an die Wände schreiben, hier kann auch mal etwas umfallen und hier muss man nicht auf die Lautstärke achten.“ Und hier können sich alle als Musiker versuchen. Niemand soll ausgeschlossen werden, auch wenn der Takt nicht immer passt. „Die Menschen haben so viel Vertrauen. Hier können sich gehen lassen und Leute treffen“, sagt Köthe.

Viel Verständnis 

Bei diesem Angebot geht es viel um Verständnis. Um sprachliches, um kulturelles und musikalisches Verständnis. Jeder kann seine Musik mitbringen. Aus den kleinen Boxen dröhnen dann persische Klänge. „Es wird dazu frei getanzt und gesungen. Es ist ganz offen. Immer wieder gehen die Kulturen aufeinander zu“, erklärt Köthe. Und so läuft der Musik-Workshop unter dem Titel „Musik verbindet die Welt“. Finanziell unterstützt wird er durch das Projekt Demokratie Leben. Die Instrumente hat das Musikgeschäft Farmsound aus Kassel sowie die evangelische Kirche Wabern gespendet.

Langsam tastet sich die Gruppe an einfache Stücke heran. Köthe und die anderen Ehrenamtlichen bringen den Flüchtlingen mit Tricks das Spiel auf der Gitarre und dem Keyboard bei. Andreas Köthe würde gerne weitergehen und eine kleine Band zusammenstellen. Und er möchte mit den Flüchtlingen ein eigenes Lied komponieren. Eines, das „den Klangrahmen ihrer Region trifft, aber auch europäisch verstanden wird“, wie er sagt. Er hofft, dass der Workshop weitergeht, dass es weiter die Unterstützung gibt.

Einen entsprechenden Antrag hat der Waberner bereits gestellt. Ganz gleich ob der angenommen wird oder nicht. „In irgendeiner Form geht es weiter“´, kündigt der Musiker an

Auftritt beim Fest der Kulturen 

Wer die Musiker einmal in Aktion erleben möchte, hat dazu am Samstag, 9. Juli, Gelegenheit. Die Gruppe wird beim Grillfest der Kulturen in Wabern auftreten. Beginn ist um 17 Uhr in der Mehrzweckhalle Wabern und auf dem Außengelände. Es wird ein internationales Barbecue angeboten, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Quelle: HNA

Kommentare