Kurt Welker feiert heute seinen 100. Geburtstag in der Wolfhager Seniorenresidenz

Arbeit als Jungbrunnen

Ein Jahrhundertleben: Kurt Welker feiert heute in der Seniorenresidenz Phönix geistig und körperlich rüstig seinen 100. Geburtstag. Foto: zih

Wolfhagen. Auf die Frage nach einem Rezept für sein hohes Alter antwortet Kurt Welker wie aus der Pistole geschossen: Arbeit. Und er schwört auf den regelmäßigen Genuss der medizinischen Kraftwurzel Ginseng. Heute feiert Welker in der Wolfhager Seniorenresidenz Phönix seinen 100. Geburtstag.

Kurt Welker erblickte am 28. Januar 1911 in der sächsischen Stadt Limbach das Licht der Welt. Als Kurt als eines von neun Kindern der Familie Welker (zwei Söhne, sieben Töchter) geboren wurde, regierte Kaiser Wilhelm II. das Deutsche Reich, auf dem sächsischen Königsthron saß Friedrich August III.

Kurt besuchte acht Jahre lang in Limbach die Volksschule, erlernte danach in einer Handschuhfabrik den Facharbeiterberuf Zuschneider. In dem Betrieb lernte er auch seine Margitta kennen, die er 1932 heiratete. Die Familie vergrößerte sich durch einen Sohn und eine Tochter, die ihren Vater, abgesehen von kurzen Heimaturlauben, sechs Jahre lang nicht sahen. Denn 1939 musste Kurt Welker gegen seinen Willen Soldat werden und als Fahrer einer Geschützkettenzugmaschine an die russische Front. „Der liebe Gott hat immer eine schützende Hand über mich gehalten. Ich wurde nicht verwundet, kam auch nicht in Kriegsgefangenschaft.“

Auf den Rückzug wurde er jedoch in Schleswig-Holstein in einem englischen Lager interniert, am 16. Februar 1946 konnte Kurt Welker wieder in Limbach seine Familie in die Arme schließen.

„Das erste, was ich zu Hause gemacht habe, war ein ausgiebiges Wannenbad, um wieder ein normaler Mensch zu werden“, erinnert er sich.

Die politischen Zustände in der damaligen DDR waren ihm ein Gräuel. Deshalb entschloss er sich 1957, mit seiner Frau bei Nacht und Nebel den Arbeiter- und Bauernstaat zu verlassen.

„Der liebe Gott hat immer eine schützende Hand über mich gehalten.“

kurt welker

Neue Heimat wurde Wolfhagen, wo schon eine Schwester seiner Frau wohnte. Er fand sofort wieder Arbeit in einer Handschuhfabrik im Gasterfelder Holz, seine Frau in der Wolfhager Kleiderfabrik. Später wechselte er zu VW in Baunatal, wo er bis zur Rente arbeitete.

Vor elf Jahren starb nach 68 Ehejahren seine Frau. Bis vor drei Jahren lebte Kurt Welker eigenständig in unmittelbarer Nachbarschaft seiner Tochter, ehe er sich am 1. Juli 2008 freiwillig entschloss, in die Seniorenresidenz Phönix zu ziehen. (zih)

Quelle: HNA

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