Bauarbeiten fast abgeschlossen

Der A49-Tunnel macht die Pforten zu

Frankenhain. Eines der größten Bauprojekte im Altkreis Ziegenhain biegt in die Zielgerade - der Autobahntunnel bei Frankenhain ist so gut wie fertig.

Vor zwei Jahren begannen die Bauarbeiten. Hessen Mobil informierte jetzt über den aktuellen Baufortschritt des knapp 60 Millionen Euro teuren Großprojekts und gab einen Ausblick.

Der Weiterbau: Soviel steht schon einmal fest: Der Bau der Verkehrskosteneinheit (VKE) 20, die an die bestehende A 49 bei Bischhausen anschließt und bei Treysa im Anschluss an die B 454 endet, wird ohne Unterbrechung zunächst weiter fortgeführt. Seit vierzehn Tagen gibt es eine Finanzierungszusage in Höhe von 16 Millionen Euro für zwei weitere Brückenbauwerke. Nach den notwendigen europaweiten Ausschreibungsverfahren kann vermutlich noch in diesem Jahr mit dem Bau der 109 Meter langen Todenbach-Talbrücke und des sogenannten Brückenbauwerks 100 am Ende der Autobahn bei Bischhausen begonnen werden, sagte A49-Projektleiter Bernhard Klöpfel.

Die Bauarbeiten: Zunächst werden die beiden Brücken dann den Abtransport der gewaltigen Erdmassen auf der Autobahnbaustelle erleichtern. Insgesamt rechnen die Ingenieure mit 800 000 Kubikmeter Abraum. Um Bevölkerung, Umwelt und Straßen möglichst zu entlasten, sollen die dafür notwendigen Lkw-Fahrten über Baustraßen und die noch fertigzustellenden Brücken erfolgen. Auch der neue Tunnel wird laut Hessen Mobil hierbei eingebunden.

Abschlussarbeiten: Bis Mai werden die Arbeiter abrücken.

Die Perspektiven: Willi Kunze von Hessenmobil machte darauf aufmerksam, dass es bislang nur die Finanzierungszusage für die beiden Brücken gibt, die als Inselbaustellen ausgeführt werden. Der Brückenbau sei aber ein deutliches und starkes Signal für die Fortführung, zeigte sich Kunze im Pressegespräch optimistisch und sein Kollege Bernhardt Klöpfel ergänzte: „Mit den Brücken ist der weitere Bauverlauf die logische Folge.“ Perspektivisch sei es nun Ziel, auch für den restlichen Abschnitt bis Bischhausen Finanzmittel zu bekommen, erklärte Willi Kunze abschließend.

Der Abzug: Dass die Baukarawane weiter zieht und sich neuen Projekten zuwendet, wird auch an der Tunnelbaustelle bei Frankenhain deutlich. Glich die Baustelle noch vor Kurzem einem emsigen Bienenstock, so sieht man aktuell nur noch wenige Menschen. Die Tunnelportale sind größtenteils fertiggestellt und die Straße bis zum Tunnel ist mittlerweile geteert und gut befahrbar. Lediglich die technische Innenausstattung fehlt noch. Diese wird laut Hessen Mobil aber erst kurz vor der tatsächlichen Inbetriebnahme des Straßentunnels installiert. Erste Baucontainer, darunter die Kantine, wurden bereits abgebaut. Von ursprünglich knapp 100 Mineuren befinden sich nur noch 45 Mitarbeiter auf der gewaltigen Baustelle.

Noch offen: Die Portale werden geschlossen.

Die Zukunft des Tunnels: Abgesehen von dem tragischen Unfall im vergangenen Oktober verliefen die Bauarbeiten wie geplant, erklärte Bauleiter Alexander Bohlender vom ausführendem Schweizer Bauunternehmen Marti: „Im Mai kommt noch die Tunnelbeschichtung dran und dann sind wir fertig.“

Wer glaubt, er könne den Tunnel dann schon mal als Abkürzung oder Abenteuerspielplatz nutzen, muss leider enttäuscht werden. „Am Ende der Baumaßnahmen wird der Tunnel gesichert und die Portale geschlossen“, sagte Bernhard Klöpfel.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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