Baustopp: Wieder Irritationen um Seniorenwohnanlage in den Teichwiesen

Seniorenwohnanlage in den Teichwiesen: Arbeiten begannen zu früh

Ansprechend gestaltet: Ein Teich und ein kleiner Bach sind im oberen Teil der Wohnanlage bereits angelegt, einige Wohnungen sind dort schon belegt. Fotos: Rohde

Melsungen. Die Bauarbeiten für seniorengerechte Wohnungen in den Melsunger Teichwiesen werden mit Argusaugen verfolgt, seit im Frühjahr Teile eines vorhandenen Biotops gerodet worden waren. Die Melsunger FWG-Fraktion hat nun erneut Vorwürfe gegen Investor Frank Lengemann erhoben.

Weil Baugrenzen zu einem Nachbargrundstück nicht eingehalten worden seien, habe die Bauaufsicht des Landkreises einen Baustopp für das Haus 8 der geplanten Anlage erwirkt, heißt es in einer Anfrage, die im Parlament behandelt werden soll.

Einen Baustopp habe es gegeben, aber nicht wegen eines Verstoßes gegen die Grenzbebauung, erklärte Vizelandrat Winfried Becker gegenüber der HNA. Der Investor habe vielmehr vor etwa drei Wochen mit den Arbeiten begonnen, ohne die Genehmigung abzuwarten. Die sei dem Unternehmen zwar mündlich angekündigt worden, sie sei aber schriftlich noch nicht erteilt gewesen.

„Wäre das Biotop – wie vereinbart – mit Pfählen abgesteckt, gäbe es keine Irritationen.“

Eine Überschreitung der Baugrenzen liege nicht vor, der Bauantrag sei so genehmigt worden wie er gestellt worden war, erklärte Becker. Am gestrigen Freitag sollten die Unterlagen an den Investor gehen. Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, das ein Bußgeld nach sich ziehen könnte, werde eingeleitet.

Die FWG hatte auch kritisiert, dass der Schutz des Feuchtbiotops nicht ausreichend sei und ein geplanter Bachlauf nicht mehr wie vorgesehen angelegt werden könne. Dem widersprach Frank Lengemann gegenüber der HNA. „Der 2. Bauabschnitt wird so umgesetzt wie geplant“, sagte er. Auch einen Bachlauf werde es geben. Die Menschen fühlten sich sehr wohl in den Häusern der Wohnanlage, die bereits fertiggestellt sind.

Die Größe des Biotops, um das es im Frühjahr Streit gegeben hatte, werde oft falsch eingeschätzt, meinte der Architekt. Die Gehölze, die unerlaubt entfernt worden seien, habe man in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde bereits ersetzt.

Melsungens Erster Stadtrat Fritz Voit sah sich gestern auf der Baustelle um. „Wäre das Biotop – wie vereinbart – mit Pfählen abgesteckt, gäbe es keine Irritationen“, sagte er. Der Bauschutt, der am Rande des Biotops gelagert sei, gehöre dort nicht hin. Voit: „Eine unaufgeräumte Baustelle.“

Die fertigen Teile der Wohnanlage entsprächen aber den Plänen, die für das Projekt vorgelegt worden seien, sagte er.

Behörde kontrolliert

Die Naturschutzbehörde werde in den nächsten Tagen überprüfen, ob es Beanstandungen gebe, erklärte Vizelandrat Becker.

Quelle: HNA

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