Ein Tag für Mädchen und Jungen: Girls’ Day und Boys’ Day in der Schwalm

Arbeiten wie die Eltern

Schwalmstadt. Ausgestattet mit Ohrenstöpseln, Schutzbrillen und -schuhen, betraten am Donnerstagvormittag zehn Mädchen im Alter von elf bis 15 Jahren die Produktionshalle der Firma Merkel Freudenberg in Treysa.

Das in Schwalmstadt ansässige Unternehmen beteiligt sich seit 2001 am Girls’ Day und ermöglicht Mädchen den Einblick in technische Bereiche und Berufe, die traditionell von Männern dominiert werden.

Zunächst wurden die Schülerinnen aus Borken, Neukirchen, Schwalmstadt und Stadtallendorf mit der Firmengeschichte, dem Werksgelände und den Sicherheitsbestimmungen bekannt gemacht. Ein Rundgang führte sie durch die Abteilungen Technisches Zeichnen, Labor, Werkzeugbau, Qualitätssicherung sowie Muster und Freigabe. In Zweiergruppen erfuhren sie, wie aus Zeichnungen Spritz- und Presswerkzeuge entstehen und wie kleine Kunststoffkugeln zu Dichtungsringen verarbeitet werden.

Der Höhepunkt der Werksbesichtigung war die Herstellung von buntem Salatbesteck und Partyspießen. Zu diesem Zweck hatte die Firma extra Werkformen aus dem Stammwerk in Weinheim kommen lassen.

An großen Maschinen

Betreut von Ann-Christin Haase und Viktoria Thiele, machten sich die zehn Schülerinnen in zwei Gruppen auf den Weg zu den großen Maschinen. Unter fachmännischer Anleitung von Matthias Hahn und Heiko Schuchhardt sowie den beiden Auszubildenden David Schade und Artur Zert mischten die Mädchen lebensmittelechtes Kunststoffgranulat mit Farbkörnchen. Hoch im Kurs stand dabei die Farbe Lila.

Pflege hautnah erleben

Nicht nur einen Tag für Mädchen bot das Diakoniezentrum Hephata. Hier waren auch Jungen eingeladen worden, sich am Boys’ Day in den traditionell mehrheitlich von Frauen besetzten Berufsbereichen wie Erziehung, Soziales, Gesundheit und Pflege umzusehen. Dominik Popielarz (11) aus Speckswinkel und Marieke Ebert (13) aus Billertshausen hatten sich für die Arbeit mit Pflanzen und an der frischen Luft entschieden. Die 13-jährige Schülerin der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld packte in der Gärtnerei des Diakoniezentrums Hephata kräftig mit an. Auf Knien half sie beim Ausschachten für die anschließende Betonierung und Befestigung des Gärtnereizaunes.

Die Arbeit mit ihren durchweg männlichen Kollegen empfand sie als angenehm. „Es ist schon nett“, sagte sie und fügte hinzu: „Ich möchte die Arbeit in der Gärtnerei einfach mal testen.“

Der elfjährige Schüler des Schwalmgymnasiums befreite im Gewächshaus fleißig Unmengen an Geranien von welken Blättern. Auch er war mit Freude bei der Sache. Die Arbeit erschien ihm leicht und der Arbeitsplatz angenehm. „Pflanzen haben mich schon immer interessiert“, sagte er.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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