Die Linde in Hesserode wurde am Freitag gefällt – Sie wird zu Hackschnitzel verarbeitet

Linde in Hesserode wurde gefällt

Abschied von der Linde: Gestern wurde das Naturdenkmal in Hesserode gefällt. Stück für Stück ist der alte Baum zerlegt worden. Von links: Marc Wilhelm, Sebastian Möller, Jan Hofmeister und Dennis Schaumlöffel. Fotos: V. Koch (2), Féaux de Lacroix (1)

Hesserode. Das Geräusch von Motorsägen ist am Freitag in Hesserode zu hören gewesen. Mit lautem Krachen verabschiedete sich der älteste Bewohner von dem Ort: die Dorflinde.

Der Baum prägte jahrzehntelang das Bild des Dorfes. Viele Hesseröder waren gestern Vormittag auf den Beinen, um einen letzten Blick auf die Linde zu werfen.

Wie lange genau der Baum schon auf dem Platz vor der evangelischen Kirche stand, ist unklar. Bereits auf einer Katasterkarte aus dem Jahr 1747 ist ein Lindenplatz verzeichnet. Nun hat eine Untersuchung ergeben: Die Linde ist von Brandkrusten-Pilz befallen. Einem der gefährlichsten holzzersetzenden Pilze.

Abschied in Stücken

Stück für Stück ist der Baum von der Firma Baumläufer zerlegt worden. Die Fällarbeiten in Hesserode dauerten den ganzen Tag. Dafür stiegen Sebastian Möller und Dennis Schaumlöffel in luftige Höhen.

An Seilen kletterten sie den 22 Meter hohen Stamm nach oben. „Am Nachmittag fräsen wir die Wurzeln aus“, sagt Sebastian Möller, Forstwirt.

Die Äste transportierten die fünf Mitarbeiter der Firma Baumläufer aus dem Knüllwald ab. Möller schätzt das Gesamtvolumen des Stammholzes auf sechs Kubikmeter. Es wird gehäckselt und weiter verarbeitet.

„Aus der Linde werden Holzhackschnitzeln“, sagt Möller. Der Pilzbefall der Linde sei dafür kein Problem. An dem Platz vor der Kirche soll ein neuer Baum gepflanzt werden. Für den stellt der Pilz nach Angaben von Möller keine Gefahr dar. (vko)

Quelle: HNA

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