Arbeiten an der Wichtelkirche befreien den Basaltstein von Sträuchern

Zierenberg. Die Motorsäge ist schon vom Weiten zu hören. Der Weg zum Wahrzeichen des Dörnberggebietes ist steil und matschig. Durch die kahlen Bäume erkennt man den 400 Meter hohen Basaltstein. Die Sonne, die sich allmählich ihren Weg durch die dicken Wolken bahnt, lässt die Wichtelkirche und die umliegende Landschaft zum Leben erwecken.

Damit der dunkle Basaltstein wieder gut zu erkennen ist, legen der Zweckverband Naturpark Habichtswald in Kooperation mit der Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel und der Jugendgerichtshilfe des Landkreises Kassel die Wichtelkirche frei.

Motorsäge, Astscheren und Teleskopastsägen haben den Büschen, Sträuchern und Bäumen am Fuße der Wichtelkirche den Kampf angesagt. „Die Bedingungen sind heute optimal“, sagt Friedhelm Spichal, Ausbildungsleiter der Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel (AGiL).

Es gehe darum den Ort wieder attraktiver für Einheimische und Wanderer zu machen. Auch wenn es sich um Routinearbeiten handelt, müssen die jungen Auszubildenden für die Arbeiten am steilen Gelände bestimmte Fähigkeiten mitbringen. „Sie müssen trittsicher sein, eine gute Kondition mitbringen und einen guten Gleichgewichtssinn haben, damit sie den Hang nicht herunterkullern“, sagt Friedhelm Spichal.

Arbeit in der Idylle: von links Tobias Thiel, Benjamin Grohe und Simon Janda (kleines Bild) bei der Befreiung des Basaltsteines (großes Bild) von Sträuchern und Ästen. Fotos: Johanna Uminski

Da man keinen Arbeiter in Gefahr bringen möchte, erfolgt keine Freilegung direkt am 400 Meter hohen Basaltstein. „Hier gibt es viele Schwarzdornen“, sagt er Ausbildungsleiter. „Da müssen die Jungs schon aufpassen, dass sie sich nicht verletzen.“ Neben den dornsicheren Handschuhen tragen die Auszubildenden einen Sicherheitshelm, Gesichtsschutz und Sicherheitsschuhe. Die Jungs befinden sich im ersten Ausbildungsjahr und dürfen noch keine Motorsäge benutzen. Für Geschäftsführer Jürgen Depenbrock vom Zweckverband Naturpark Habichtswald standen die Freilegungsarbeiten der Wichtelkirche schon lange auf dem Plan. „Es ist ein Wahrzeichen der Region, das von vielen Leuten und Wanderern aufgesucht wird.“

Die Wichtelkirche sei eine kulturhistorische Besonderheit, die man hervorheben und pflegen müsse. Da für die Arbeiten am Hang überwiegend die Handsäge verwendet werde, müsse man sich für dieses Projekt viel Zeit nehmen. „Jetzt ist keine Setz- und Brutzeit, so dass der Zeitpunkt ideal ist“, sagt der Geschäftsführer. „Durch die Freilegung kommen wertvolle Biotope wieder zum Vorschein.“

Die Freilegungsarbeiten an der Wichtelkirche reichen bis zum Heilerbach und dauern noch ein bis zwei Wochen an (pju)

Hintergrund: Sage von der Wichtelkirche

Die Sage von der Wichtelkirche besagt, dass dort ein heidnischer Wichtelkönig mit seinem Volk lebte. Er verliebte sich in eine schöne junge Frau, die am Berghang Blumen pflückte. Der Wichtelkönig bat sie, seine Frau zu werden.

Sie willigte nur unter der Bedingung ein, dass der Wichtelkönig ein Christ werde. Daraufhin baute er eine Kirche mit Türmen und Säulen auf den Berg. Als die junge Frau die Kirche betrat erschien ihr die Kirche kalt und seelenlos, obwohl diese in Glanz und Lichter erstrahlte. Als der Priester sie fragte, ob sie ihren Auserwählten heiraten wolle, antworte sie mit Nein. Daraufhin verwandelte sich die Kirche in einen nackten, kahlen Felsen. (pju)

Quelle: HNA

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