Nicht alltäglich

Historische Grabsteine auf Friedhof Breuna gefunden

Bau eines Lapedariums auf dem Friedhof Breuna: Hier von links die Lehrlinge Marius Tucholke (18) und Luis Hüges (24) sowie Steinmetz Burkhard Höhle (47) von der Firma Gerloff aus Kassel am Familiengrab des ehemaligen Pfarrers Camlott. Fotos: Ulbrich

Breuna. Bei den Arbeiten zur Herstellung des Lapidariums auf dem Friedhof Breuna wurden drei alte Grabsteine und ein weiterer alter Sockel, vermutlich ein Grenzstein, gefunden. Die alten Steine wurden als Sockel für ein anderes Grabdenkmal verwendet, sagt Ralf Hartmann, Leiter des Bauamts.

Zeugnis der Vergangenheit: Einer der drei gefundenen alten Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert.

Zwei Grabsteine sind beschädigt, einer wurde in seiner ursprünglichen Form geborgen. Die Schrift ist bei allen Steinen gut erhalten. Sie sind folgenden Verstorbenen gewidmet: Anna Maria Henkelmann, geb. Appel, 16. Juli 1825 bis 3. Februar 1883, Marie Sophie Henkelmann, 21. Oktober 1857 bis 18. März 1884 und Martha Elise Barbe, 10. April 1855 bis 26. März 1855 (gewidmet vom Bruder Ludwig Barbe). Der vermeintliche Grenzstein mit einem Hessen-Löwen dürfte nach Schätzung von Steinmetz Burkhard Höhle noch deutlich älter sein als die Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert. Genaueres müsste aber von Experten heraus gefunden werden.

Die drei Arbeiter von der Firma Gerloff aus Kassel sind seit vergangenem Donnerstag vor Ort, bis Ende dieser Woche soll das Lapidarium fertiggestellt sein, sagt Höhle. Die Funde bezeichnet er als „spektakulär“.

Zwar seien derartige Restaurationsarbeiten das Tagesgeschäft, aufgrund der vielen alten Steinwerke auf dem Breunaer Friedhof aber durchaus „nicht alltäglich“. Außerdem hätten die Grabungen fast schon einen „archäologischen Charakter“, sagt Höhle.

Genau dies reizt auch den 18-jährigen Dörnberger Marius Tucholke besonders an der Aufgabe in Breuna: „Hier wird auch der Bezug zum Handwerk von früher hergestellt.“ Die Gesamtkosten belaufen sich nach Schätzung von Hartmann auf 10 000 Euro. Der Arbeitskreis Dorferneuerung Breuna/Rhöda unterstützt die Arbeiten mit 2300 Euro, er initiierte auch den Bau.

Hintergrund: Das ist ein Lapedarium

Als Lapedarium bezeichnet man die Sammlung von Steinwerken, wie etwa Grabsteine, die oft am Ausgrabungsort ausgestellt werden. Neben dem entstehenden Lapedarium in Breuna gibt es weitere unter anderem in Naumburg und Istha.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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