Arbeitsalltag ist für etliche Braunianer jetzt Geschichte

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Sie haben jetzt mehr Zeit für Hobbys: Karl Heinz Franke, Brigitte Kuhnert (von links) und Werner Koch (rechts) mit dem Vorstandsvorsitzenden von B. Braun Prof. Dr. Heinz Walter Große.  

Melsungen. B. Braun verabschiedete Neu-Rentner mit einer Feier in der Melsunger Kulturfabrik.

Den Primacantachor - das gab Prof. Dr. Heinz-Walter Große, Vorstandsvorsitzender von B.Braun, zu - habe er erstmal gegoogelt: Aber als er das youtube-Video gesehen hatte, war klar, dass die jungen Sänger auf der B. Braun Rentnerfeier in der Melsunger Kulturhalle auftreten würden. Und das taten sie auch unter großem Applaus. Außerdem wurde ein Film gezeigt, in dem das Projekt vorgestellt wurde.

Traditionell werden bei der Veranstaltung die Neu-Rentner des jeweiligen Jahres verabschiedet. Aber auch alle anderen ehemaligen Braunianer waren eingeladen und so kamen gestern über 500 Gäste in die Melsunger Kulturfabrik. Im Foyer empfing die Mitarbeiterband B2Brass die Gäste, außerdem gab es zum Jubiläumsjahr eine kleine Ausstellung.

Brigitte Kuhnert, Werner Koch und Karl Heinz Funke sind drei der 78 Mitarbeiter, für die der Arbeitsalltag nun Geschichte ist. Kuhnert, die 37 Jahre für den Medizintechnikhersteller gearbeitet hat, genießt es, dass sie ihren Tag nun gestalten kann, wie sie es will. Sie hat Industriekauffrau und Übersetzerin gelernt. Zuletzt war sie bei Avitum in der Exportabteilung tätig. Ihr habe immer der Umgang mit den vielen Menschen und Kulturen gut gefallen. Das fehle ihr ein bisschen, sagt sie. Trotzdem genieße sie ihren Ruhestand. „Ich blicke auf eine gute Zeit bei B. Braun zurück“, sagt die 61-Jährige.

Karl Heinz Franke, der bereits in Altersteilzeit ist, war 46 Jahre beim Medizintechnikhersteller - erst im Einkauf und dann in der Logistik.

Er erinnert sich noch gut an die Zeiten, in denen es noch so gut wie keine Computer gab. „Die Diktiergeräte wurden ins zentrale Schreibzimmer gebracht und dann wurde einem das Schriftsstück wieder zur Unterschrift vorgelegt“, erzählt der 64-Jährige. Der Übergang in den Ruhestand habe ihm keine Probleme bereitet, er genieße es, sich ganz seinem Hobby, dem Reisen, zu widmen. Erst kürzlich sei er in Nepal gewesen. Aber auch er hält weiterhin Kontakt zu den Kollegen.

Werner Koch war Leiter Herstellung im Werk A. Er schätzt an seinem ehemaligen Arbeitgeber: „Die soziale Verantwortung der Familie gegenüber der Region und den Mitarbeitern, die trotz des Wachstums keinen Bruch erlitten hat“, sagt der 63-Jährige, der 41 Jahre für B. Braun tätig war.

Jetzt genießt der Hobbyfotograf, dass nicht mehr der Terminkalender seinen Alltag bestimmt und er zum Beispiel Zeit hat, Ordnung und System in seine Bilder zu bringen.

Vorstand stellte sich vor 

Doch es wurden gestern nicht nur die Neu-Rentner geehrt, sondern es stellte sich auch der Vorstand in einer lockeren Gesprächsrunde vor. Moderiert wurde die Runde von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden, der vorher viele Lacher erntete, als er den Gästen so manche nordhessische Eigenart erklärte.

Unter anderem den nordhessischen Pragmatismus, der dazu führen kann, dass sich das Zisselfeuerwerk auch bei Regen genießen lässt, weil „der Regen auf der Brille dem Feuerwerk erst die richtige Brillanz gibt.“

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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