Weniger Geld wegen guter Arbeit: Arbeitsförderung Schwalm-Eder muss 27,5 Stellen abbauen

Schwalm-Eder. Die Arbeitsförderung Schwalm-Eder (Arge) wird für ihre gute Arbeit bestraft: Im kommenden Jahr muss die Arge 27,5 von 160 Stellen abbauen, sagt Geschäftsführer Hans-Gerhard Gatzweiler. Wegen der guten Vermittlungserfolge werden Arge-Mitarbeiter arbeitslos.

Denn wenn weniger Leistungsempfänger betreut werden, erhalten die Argen weniger Geld. Die Mitarbeiter, die über Amtshilfe an die Arge ausgeliehen waren, kehren in ihre ehemaligen Unternehmen zurück. Aber dies betreffe nur ungefähr die Hälfte der abzubauenden Stellen, sagt Gatzweiler. Aber nicht nur Angestellte sind betroffen. Auch Programme die geschaffen werden sollten und Dienstleistungen müssten zum Teil drastisch eingeschränkt werden. Beispielsweise fällt ab Juni der Telefonservice der Arge weg. Sieben Mitarbeiter bearbeiteten bis zu 2000 Anrufe wöchentlich. „Die Telefonate werden künftig wieder unsere Sachbearbeiter und Vermittler führen“, kritisiert Gatzweiler. Dies werde die eigentliche Arbeit einschränken.

Die Arge wird künftig außerdem auf eine Berufsberatung verzichten und verstärkt auf Mitarbeiter der Agentur für Arbeit setzen. Eine besondere Unterstützung für Alleinerziehende werde es ebenfalls nicht geben. Dies hatte die Arge für das kommende Jahr geplant - ebenso den Ausbau einer Beratung für Jugendliche.

Müssten in den kommenden Jahren weitere Stellen abgebaut werden, könne es sogar zu Standortschließeungen kommen. Derzeit arbeitet die Arge in Schwalmstadt, Homberg, Melsungen und in Fritzlar. Dies sei politisch so gewollt und vernünftig, sagt Gatzweiler. Viele Kunden hätten kein Auto.

70 Personalentscheidungen müssten wegen des Stellenabbaus getroffen werden. „Wir befürchten, dass sich dies in unseren Vermittlungserfolgen niederschlägt“, sagt Hans-Gerhard Gatzweiler.

Quelle: HNA

Kommentare