Arbeitsgemeinschaft deutscher Fachwerkstädte besuchte Homberg

Arbeitsgemeinschaft deutscher Fachwerkstädte besuchte Homberg

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Rundgang durch Hombergs Fachwerk-Gassen: Ines Eberwein (rechts) von der Homberger Stadtführerzunft mit Mitgliedern des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft historischer Fachwerkstädte. Manfred Gerner (Zweiter von rechts) ist Vorsitzender des Verbandes

Homberg. Die Städte in Nordhessen sind reich an Fachwerkperlen, aber nicht an Geld. Das gilt auch für Homberg. Private Anstrengungen zum Erhalt der alten Schätze, wie vom Verein Bürger für Homberg, ist daher sehr willkommen.

Lob gab es für diese Arbeit beim Besuch einer Delegation der Arbeitsgemeinschaft deutscher Fachwerkstädte. Homberg zählte zu den Gründerstädten des Verbandes, heute gehören ihm 150 Fachwerkorte an. Die Probleme sind überall gleich. Der demografische Wandel und sinkende Zuschüsse machen den Erhalt der historischen Bauten schwierig.

Eine private Initiative wie der Verein Bürger für Homberg sei einmalig und zeige das Engagement in Homberg für das Fachwerk und die Altstadt, sagte Manfred Gerner, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft deutscher Fachwerkstädte. Er stand an der Spitze einer Delegation, die in Homberg die Zehntscheune, das Pflügersche Anwesen und das Haus Wicke besichtigte. Dabei interessierten sich die Fachwerkfreunde für die Stadtentwicklung.

Homberg habe vor allem durch den Hessentag gewonnen, erklärte Dr. Uwe Färber vom Verband. Nun müsse der Leerstand behoben werden. Er bedauerte es, dass es trotz Leerstand Neubaugebiete gebe. Für den Erhalt der Innenstadt mit den historischen Bauten seien neue Ideen und vor allem viel private Initiative nötig.

Die geplante Halbierung der Städtebauförderung mache es noch schwieriger, die alten Häuser zu erhalten. Die Fachwerkexperten berichteten von Konzepte anderer: Teilweise werden Fachwerkhäuser saniert und zu Ferienwohnungen ausgebaut. Im Tourismus gebe es noch gute Chancen, die alten Gebäude zu nutzen. Auch die Stadt Homberg setzt auf Neues. Sie will für den Einbau von Sprossenfenster und Holztüren Zuschüsse geben, um die Innenstadt zu erhalten und für die Gäste weiter attraktiv zu machen, sagte Bürgermeister Martin Wagner. Wichtig sei, bei der Sanierung auf eine energiesparende Bauweise zu achten, damit überhaupt noch Menschen in den Häusern leben wollten.

Georg Ritter zeigte im Haus Pflüger die Dämmung der Räume von innen. Die Fachwerkfreunde der Arbeitsgemeinschaft besuchten am Wochenende noch weitere Fachwerk-Perlen in der Region: Alsfeld, Melsungen und Hann. Münden. (zty)

Quelle: HNA

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