Arbeitslosenquote im Altkreis sank im April auf 5,3 Prozent – Jüngere profitieren stark

Arbeitsmarkt in Hochform

Schwalm. In der Schwalmstädter Geschäftsstelle der Arbeitsagentur war die Stimmung gestern gut: Mit 5,3 Prozent war die Arbeitslosenquote in einem April so niedrig wie seit einigen Jahren nicht mehr. Hauptgrund dafür sei die Frühjahrsbelebung, die in der Baubranche sowie im Landschafts- und Gartenbau für Jobs gesorgt habe, sagte Illja Hahn, stellvertretender Geschäftsstellenleiter. Profitiert haben vor allem die Jüngeren. Bei den über 50-Jährigen stellt sich die Vermittlung – trotz leichter Verbesserung – weiter schwierig dar.

Seit April 2010 ist die Arbeitslosenquote von seinerzeit 7,1 Prozent um 1,8 Prozentpunkte gesunken. Aktuell sind im Altkreis 1373 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 483 Menschen weniger als noch vor einem Jahr, was einem Rückgang von gut einem Viertel entspricht.

Im Vergleich dazu fiel der Rückgang der Arbeitslosen im benachbarten Geschäftsstellenbezirk Stadtallendorf eher gering aus: Dort gab es lediglich eine Abnahme von 6,5 Prozent. Derzeit sind dort noch 2048 Menschen ohne Arbeit. Ein Plus für den Raum Schwalmstadt ist nach Aussage von Hahn der hohe Anteil der nachgefragten Pflege-, Kranken- und Sozialberufe.

Region steht gut da

Überhaupt steht Schwalmstadt im Vergleich mit dem restlichen Marburger Agenturbezirk gut da. Dort liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 5,8 Prozent.

Illja Hahn bereiten in seiner Treysaer Geschäftsstelle vor allem die über 50-Jährigen noch Sorgen. Sie stellen 36 Prozent der Arbeitslosen. „Das ist nach wie vor eine Baustelle. Auch wenn sich der Trend verglichen mit dem Vorjahr positiv entwickelt hat, gibt es keinen Grund zum Jubeln.“ Derzeit sind 491 über 50-Jährige im Altkreis ohne Job, das sind 67 weniger als im April 2010.

Bei den jungen Menschen bis 25 Jahre sieht die Situation ganz anders aus. Sie machten im April nur knapp zehn Prozent der Arbeitslosen aus. Ihre Zahl sank binnen Jahresfrist von 199 auf 131 – ein satter Rückgang von 34 Prozent. Von der Frühjahrsbelebung profitierten in erste Linie junge Männer, teilt die Agentur für Arbeit in Marburg mit.

Bei den offenen Stellen hat sich die Lage seit März leicht verschlechtert. Aktuell sind im Altkreis 250 Stellen unbesetzt, 21 weniger als im April. Dieser Rückgang hänge aber damit zusammen, dass die Betriebe ihre Stellen früher gemeldet hätten als im Vorjahr, sagte Jürgen Köhler, stellvertretender Teamleiter des Treysaer Jobcenters. Seit Januar seien 431 offene Stellen regisriert worden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seien dies 58 Stellen mehr gewesen.

Eine Lücke gibt es bei den Ausbildungsplätzen: Im Marburger Agenturbezirk stehen 1005 unversorgten Bewerbern 674 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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