Diakonisches Werk Schwalm-Eder: Teilhabe für Benachteiligte im Landkreis

Armut ist das große Thema

Der Bedarf ist da: Im Ein-Laden der Diakonie am Obertor in Homberg können sich Bedürftige mit gebrauchten Kleidungsstücken eindecken. Archiv-Foto: Yüce

Schwalm-Eder. Mit der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich beschäftigten sich die Mitglieder der Verbandsvertretung des Diakonischen Werkes im Schwalm-Eder-Kreis bei einer Tagung in Obermelsungen.

Im Jahr 2012 hätten sich die Beratungsstellen mit 440 Fällen beschäftigt. Insgesamt habe es über 4000 Kontakte gegeben. Mit verschiedenene Angeboten und Aktionen habe das Diakonische Werk in den vergangenen Jahren Einfluss genommen und die Interessen gegenüber der Politik vertreten, hieß es bei der Tagung, die von Herbert Guntermann, dem Vorsitzenden der Verbandsvertretung, geleitet wurde.

Seit 2008 beschäftige sich das Diakonische Werk verstärkt mit den Themen Armut und Teilhabe. Es gibt Beratungen für Wohnungslose und Flüchtlinge. Das Spektrum der Arbeit sei um den Aspekt „Menschen können mitmachen“ erweitert worden, berichtete Margret Artzt. Die Pfarrerin ist zuständig für die Diakoniearbeit in der Region.

Tafelarbeit ausgebaut

Die Tafelarbeit werde seit 2005 im Landkreis auf- und ausgebaut. 250 Ehrenamtliche versorgen regelmäßig 1800 von Armut bedrohte Menschen.

Die Zahl der Asylsuchenden und Flüchtlinge, die Rat suchen, steige wieder an. Die Zahl der Durchreisenden im Tagesaufenthalt in Fritzlar gehe zwar zurück, aber der Beratungsbedarf bei Wohnungsnotfällen steige. Seit 2009 gebe es diese Beratung auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Betreutes Wohnen gehöre ebenfalls zum kontinuierlichen Angebot.

Jürgen Kurz, der Leiter des Projektes „Teilhabe ermöglichen – gegen Armut und Ausgrenzung im ländlichen Raum“, stellte die Projekte im Landkreis vor. Dazu gehören: Mach-mit-Treff in Fritzlar, der Gemeindemittagstisch in Ziegenhain, der Ein-Laden am Obertor in Homberg und der geplante Kleiderladen in Melsungen dar. Seit Beginn des Projektes im Juni 2010 hätten sich über 100 Menschen an verschiedenen Aktivitäten beteiligt. Für die Begleitung der Menschen in der ehrenamtlichen Arbeit wäre eine Qualifizierung wünschenswert.

Mit der Trauerarbeit als Ausgangspunkt sei die Vernetzung von Hospizinitiativen wichtig geworden. Das Diakonische Werk habe mit den Hospizgruppen den Verein „Trauer- und Hospiznetzwerk im Schwalm-Eder-Kreis“ gegründet. In Gesprächen unter anderem mit dem Landkreis, dem Jobcenter sowie der Liga der freien Wohlfahrtspflege würden Lösungen bei Problemen gesucht.

Diakonie-Ticket hilft

Ein Ergebnis sei das Diakonie-Ticket gewesen. Dies sei ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber noch längst nicht ausreichend, um das Mobilitätsproblem im ländlichen Raum zu lösen.

Auch die Beteiligung an der Aktion „Gewalt geht nicht – gegen Rechtsextremismus im Schwalm-Eder-Kreis“, wurde bei der Tagung vorgestellt. Dekan Christian Wachter (Ziegenhain) appellierte an die Versammlung, sich für die diakonische Arbeit in den Kirchengemeinden einzusetzen.

Die Vertiefung des Gedankens „Teilhabe ermöglichen“ sei nötig. Die konzeptionelle Weiterentwicklung der Wohnungslosen- und Wohnungsnotfallberatung beispielsweise sei wichtig. Die Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiter sowie die Anleitung und Begleitung derer, die in arbeitsmarktpolitische Entwicklungen eingebunden sind, müsse intensiviert werden. (red)

Quelle: HNA

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