Armut hat viele Facetten: Landespfarrer besuchte den Homberger EinLaden

+
Eine gut gelaunte Truppe: Die Mitarbeiter der Homberger Tafel ließen sich gestern von Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (vierter von links) bei dessen Besuch im EinLaden am Obertor gerne bei der ehrenamtlichen Arbeit über die Schulter schauen. Links Margret Artzt, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Schwalm-Eder, fünfter von links Tafelkoordinator Peter Laukner.

Schwalm-Eder. Kirche hat Verantwortung. Vor allem für Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen und von Armut betroffen sind. Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz machte am Donnerstag bei seinem Besuch im EinLaden am Homberger Obertor deutlich, dass die evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck schon lange bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen.

Dort, im ehemaligen Zentralkaufhaus, sind seit April gleich drei Projekte untergebracht, die sich mit dem Thema Armut beschäftigen: die Tafel, die Kleiderkammer des Kirchenkreises Homberg und die Begegnungsstätte. Alle drei Einrichtungen verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie kämpfen gegen Armut und Ausgrenzung und wollen Teilhabe und Mitwirken ermöglichen. Das ist auch der Titel des Projekts, das Sozialpädagoge Jürgen Kurz aus Ottrau zusammen mit kirchlichen und diakonischen Vereinen und Einrichtungen vor einem Jahr auf den Weg gebracht hat.

Die Landeskirche Kurhessen-Waldeck stellte 2010 eine Million Euro bereit. Das könne aber nur eine Anschub- und keine Dauerfinanzierung sein, sagte Dr. Schwarz. Bei den Homberger Projekten gehe es nicht darum, etwas für arme Menschen zu tun, sondern gemeinsam mit ihnen aktiv zu werden und so Teilnahme zu ermöglichen. Dafür aber bedürfe es starker Bündnispartner wie jene 20 Institutionen und Verbände, die mittlerweile am Projekt beteiligt seien. Das sei ein Erfolg, denn Armut sei ein vielschichtiges Problem mit vielen Facetten, dessen Gründe es zu hinterfragen gelte, sagte Margret Artzt, geschäftsführende Pfarrerin des Diakonischen Werks Schwalm-Eder.

Genau das geschieht in der Begegnungsstätte: Dort geht es darum, was die Menschen brauchen, was ihnen fehlt und was sie mitbringen. „Wir leisten keine klassische Sozialarbeit, wir fragen nach Bedürfnissen“, sagt Jürgen Kurz. So kommen im EinLaden Kochkurse, Vortrags- und Informationsnachmittage zustande.

Angebote, die wie die Begegnungsstätte in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen seien, sagte Hans-Gerhard Gatzweiler, Geschäftsführer der Arbeitsförderung Schwalm-Eder. Denn das Problem vieler Menschen sei eben nicht nur fehlendes Geld, sondern vor allem fehlende Gesellschaft: „Viele Langzeitarbeitslose sind nicht nur arm, sondern einsam.“

Quelle: HNA

Kommentare