Arne Hensel siegt bei Jugend-Wettbewerb in Frankfurt und fährt zum Bundesentscheid

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Vorbereitung auf das Bundesfinale: Arne Hensel aus Borken zieht als Landessieger in das Bundesfinale von Jugend debattiert ein. Die Debattierglocke bekam er für seinen Erfolg im Landeswettbewerb.

Borken. Arne Hensel hat es klar vor Augen: Der 15-jährige Borkener will im Wettbewerb Jugend debattiert vor dem Bundespräsidenten Joachim Gauck diskutieren. Diesem Ziel ist er schon ein gutes Stück näher gekommen. Als zweiter Sieger beim Landeswettbewerb in Frankfurt bereitet er sich nun auf das Finale in Berlin vor.

Die Bundesqualifikation wird am Dienstag, 22. Juni, ausgetragen. 32 Schüler der Mittelstufe aus Deutschland treffen dort aufeinander, die vier Besten werden am Tag darauf ins Finale einziehen, wo auch das Staatsoberhaupt anwesend sein wird. „So weit gekommen zu sein ist schon cool“, sagt der Schüler der THS. So locker wie er das sagt, so präsent wirkt der Neuntklässler. Er punktete im Landesfinale bei der Diskussion darüber, ob Sportvereine bei Heimspielen für das Fehlverhalten der Fans bestraft werden sollen. Die Vorbereitungszeit nutzte er für eine ausgiebige Recherche, schrieb Polizei und Sportverbände an und legte sich die Argumente zurecht.

Zielstrebig holte er sich sogar Rat bei Maria Brier aus Borken, die den Bundeswettbewerb 2005 gewonnen hatte und für ihn ein Vorbild ist. Begeistert spricht er über die Vorbereitung sowie den Sieg in Frankfurt, bleibt dabei aber gleichzeitig sehr sachlich. Überzeugende Sachkenntnis haben ihm die Juroren beim Landeswettbewerb im Sendesaal des HR bescheinigt. 800 Menschen verfolgten die Debatten. „Das freie Reden vor so viel Publikum war eine besondere Herausforderung“, meinte er.

Allroundtalent

Er setzte sich dennoch gegen seine Mitstreiter durch und kam als Zweiter weiter. In Seminaren lernte er in den vergangenen Wochen viel über Ausdruck, Überzeugungkraft, Gesprächsführung und Beschäftigung mit den Sachfragen. Diese Kriterien sind die Grundlage der Wettbewerbe. Eine gute Vorbereitung sei auch das Leben in der Pastorenfamilie mit den zwei jüngeren Geschwistern: „Wir diskutieren unsere Kontroversen zu Hause aus.“ Das Allroundtalent kann aber noch mehr als gut zu argumentieren, er hat fast überall Einser im Zeugnis. Naturwissenschaften mag er besonders, aber Politik und Deutsch interessieren ihn auch. „Eigentlich alles, außer Latein“, sagt er und lächelt über diese kleine Schwäche.

Ehrgeizig tüftelt er weiter an seinem Fortkommen und denkt bei einem eventuellen Sieg über Chancen für ein späteres Stipendium nach. Er will einmal Ingenieur oder Physiker werden, ist Mitglied im Kasseler Physikclub und möchte noch bei „Jugend forscht“ teilnehmen. „Ich will wissen, was die Welt im Innersten zusammen hält“, sagt der außergewöhnlich begabte Junge. Deshalb liest er auch in der Freizeit am liebsten naturwissenschaftliche Bücher, fährt aber auch gerne Rad und spielt Schlagzeug.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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