19-Jähriger zieht Berufung vorm Landgericht Marburg zurück

Arrest nach Schlägen

Marburg/Schwalmstadt. Gegen einen 19-jährigen Mann aus dem Altkreis Ziegenhain wurde vor dem Landgericht Marburg verhandelt. Der Angeklagte hatte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Schwalmstadt eingelegt. Der Mann war im September vergangenen Jahres wegen gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einem zweiwöchigen Jugendarrest verurteilt worden.

Nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft hatte der 19-Jährige in einer Nacht im März 2010 bei einem zufälligen Zusammentreffen in der Ziegenhainer Innenstadt einen anderen jungen Mann grundlos zusammengeschlagen. Zudem habe er ihn mit dem Fuß ins Gesicht getreten.

Dabei erlitt das Opfer, das vor Gericht als Nebenkläger auftrat, neben Prellungen und Blutergüssen auch einen Nasenbeinbruch. Nach dem Angriff hatte sich der Geschädigte in der Nähe des Tatortes versteckt, bis die Polizei eintraf.

Unschuld beteuert

„Ich weiß gar nicht, was ich in dieser Nacht gemacht haben soll. Warum bin ich eigentlich hier? Ich habe nichts getan“, beteuerte der Angeklagte seine Unschuld.

Mehrere Zeugen hatten allerdings bereits bei der Hauptverhandlung in Schwalmstadt übereinstimmend den 19-jährigen der Tat beschuldigt.

Zur Berufungsverhandlung hatte der Angeklagte jedoch mehrere Zeugen benannt, die zu seiner Entlastung aussagen sollten. Von diesen war jedoch, trotz rechtzeitiger Ladung durch das Gericht, keiner zur Verhandlung gekommen.

„Ohne neue Beweise oder Zeugenaussagen zu ihren Gunsten haben Sie hier keine Chance. Es spricht vieles dafür, dass der Tathergang so ablief, wie es das Gericht in Schwalmstadt festgestellt hat“, betonte Richter Thomas Wolf, Vorsitzender Richter am Marburger Landgericht.

Eindringliche Ermahnung

Auf dessen eindringliche Ermahnung und nach einem kurzen Gespräch mit seiner Verteidigerin zog der Angeklagte, der bereits zwei Mal zuvor straffällig geworden war, seine Berufung zurück.

Zusätzlich zum verhängten zweiwöchigen Jugendarrest muss der junge Mann an einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen und 750 Euro zur Schadenswiedergutmachung an den Geschädigten bezahlen. (zaw)

Quelle: HNA

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