Zu Tisch in der Schwalm

Arte-Fernsehteam drehte sechs Tage in Willingshausen

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Zu Gast in der Schwalm: Das Filmteam um Autor Frederik Klose-Gerlich (zweiter von rechts) drehte mit den Familien von Gudrun Erbe und ihrer Tochter Petra Dickel (dritte und zweite von links) eine Reportage über das Essen in der Schwalm.

Willingshausen. Schwälmer Klöße, Rindfleisch und Steifer Reis, Hefewaffeln und Leberwurst - das Team um Autor Frederik Klose-Gerlich ist in Willingshausen auf den Geschmack gekommen. Das Fernsehteam drehte für Arte insgesamt sechs Tage lang auf dem Erbehof. Heißen wird der Film „Zu Tisch in der Schwalm".

„Schwerpunkt des Filmes sollte ursprünglich die Region Nordhessen sein. Aber bei der Recherche bin ich auf die Tracht und die Geschichte der Malerkolonie in Willingshausen gestoßen und fand die Schwalm für einen eigenständigen Film sehr spannend“, erklärt Klose-Gerlich. Um die Tracht und die Malerkolonie geht es jedoch nur an Nebenschauplätzen. Im Mittelpunkt der Reportage steht das Essen. „In der Schwalm gibt es viele alte Rezepte - und nach denen wird immer noch gekocht und gebacken“, hat der Autor festgestellt.

Wie das Essen in der Schwalm zubereitet wird, zeigen die Familien von Gudrun Erbe und ihrer Tochter Petra Dickel. „Wir haben für die Aufnahmen unter anderem einen Töpferofen umfunktioniert, um darin zu backen“, erläutert Klose-Gerlich. Vom Leben in der Schwalm hat das Team einen Eindruck bekommen - beim Schneiden der Buchenäste für die Gestaltung des Pfingsthäuschens, bei Pigmentmalerei im Garten des Erbehofes, beim Ankleiden der Tracht. Eine Rolle werde jedoch auch die Landflucht spielen, erklärt der Autor: „Wir wollen nicht das perfekte Bild vom Landleben zeichnen.“

Beim Dreh hat das Team bewusst auf Inszenierung verzichtet. „Wir haben Szenen angestoßen und besprochen, sie dann sich aber authentisch entwickeln lassen.“ Ein Sendetermin für die Reportage steht noch nicht fest. „Wir drehen etwa ein Jahr im Voraus“, erklärt Klose-Gerlich. „Die Drehtage waren anstrengend. Auch, weil fürs Kochen und Backen alles gut vorbereitet werden musste“, erzählt Gudrun Erbe. Das Anrühren eines Teiges habe etwa durch die verschiedenen Kameraeinstellungen eineinhalb Stunden gedauert. Die finalen Aufnahmen entstanden bei „Moot bey de Mehl“, darunter auch eine Essensszene mit der ganzen Familie. „Ich habe dem Team klar gemacht, dass wir an diesem Tag eigentlich nie sitzen und essen. Sie haben versprochen, dass der Dreh nicht länger als eine halbe Stunde dauert“, erklärt die Willingshäuserin. Und Frederik Klose-Gerlich und sein Team haben Wort gehalten. „Wir waren auf einer Wellenlänge. Die dürfen gern wieder kommen“, sagt Gudrun Erbe.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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