Vermutlich durch unsachgemäßes Arbeiten wurden Fasern frei

Asbest in Berufsschule: Gebäude Dammwiesen vorläufig gesperrt

Schwalmstadt. Der Neubau der Beruflichen Schulen in Ziegenhain wurde am Freitagmorgen gesperrt, weil in einem Flur Asbest nachgewiesen wurde. Ob dort der Unterricht für mindestens 400 Fachober- und Berufsschüler aus dem gesamten Kreisgebiet am Montag weitergeht, hängt von neuen Messergebissen ab.

Das Gebäude, Baujahr 1972, erhält derzeit eine neue Fassade. Verbaut damals vorgefertigte Trennwände, die zum Feuerschutz an ihren Metallstützen mit Asbeststreifen verkleidet wurden. Nach Angaben von Gutachter Dr. Uwe Koop (Marburg) wurde ein solches Asbestband vermutlich bei Trockenbauarbeiten an mindestens einer Stelle unsachgemäß angeschnitten, so dass Asbest frei wurden. Bei einer Messung am Donnerstag wurden 735 Fasern pro Kubikmeter Raumluft nachgewiesen. Koop: „Die Rechtssprechung will eine Belastung von deutlich unter 1000 Fasern.“ Bauarbeitern seien dabei bis zu 15 000 Fasern zumutbar.

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Trotzdem, so Landrat Frank-Martin Neupärtl, habe er als Sicherheitsvorkehrung den Unterricht im gesamten Gebäude auntersagt. Handwerker dürfen in möglicherweise belasteten Räumen nicht arbeiten, Reinigungskräfte nicht putzen. Der nachweislich belastete Bereich wurde am Freitag von Spezialkräften in Schutzanzügen gereinigt, anschließend wird dort erneut gemessen. „Wir legen Wert auf ein sehr transparentes Verfahren“, sagte Neupärtl. Es sei verständlich, dass die Schulgemeinde in Sorge sei. Er werde das Gebäude erst freigeben, wenn die Messergebnisse in allen Gebäudeteilen unbedenklich sind.

Asbest: Berufsschule Ziegenhain ist vorläufig gesperrt

Schulleiter Karl Weinreich zeigte sich sehr besorgt. Falls es kritische Messerergebnisse gebe, sei er für eine Sperrung bis zum Abschluss der energetischen Sanierung. Die kostet über 2,4 Mio. Euro, die Schule erhält dabei bis zum Frühjahr eine vollkommen neue, zeitgemäß gedämmte Hülle.

Asbest - In vielen schulen im Landkreis bleibt es

Asbest wurde in vielen Schulen im Kreis verbaut, etwa in Borken (Gesamtschule), Melsungen (Gesamtschule), Homberg (Haupt- und Realschule) und Treysa (Schule im Ostergrund). In der Steinwaldschule Neukirchen beginnt im April die Sanierung. In den Beruflichen Schulen Ziegenhain und vielen anderen Schulgebäude ist nicht vorgesehen, das Asbest vollständig auszubauen. Bleibt es vorschriftsmäßig versiegelt, so Holger Raude (Schulbauverwaltung Schwalm-Eder) gehe keine Gefahr davon aus. Bei Arbeiten wie jetzt werden an den Schnittstellen besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um ein Freiwerden der Fasern zu verhindern.

- Alle Schüler der Beruflichen Schulen müssen am Montag auf jeden Fall zum Unterricht erscheinen. Falls die Sperrung bestehen bleibt, sollen sie im Altbau und in den Werkstätten unterrichtet werden, teilte Schulleiter Weinrich mit.

Quelle: HNA

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