Asbestsuche: Proben aus Halle am Brennholzhof entnommen

Homberg. Markus Schreiber ließ sich von nichts beeindrucken. Weder von der eisigen Kälte, noch von Fragen, noch vom Umfang seiner Arbeit: Der Bauingenieur von der Planungsgesellschaft Müssigmann aus Esslingen entnahm am Mittwoch in allen 30 Abschnitten der Halle am Homberger Brennholzhof Proben.

Schreiber erstellt im Auftrag des Forst- und Umweltdienstes ein Gutachten zur Frage, ob bei der Sanierung des Hallendaches alles mit rechten Dingen zuging oder ob vielmehr ein Umweltdelikt vorliegt. Das behauptet ein Mieter eines Lagerabschnittes (wir berichteten).

Der Esslinger Ingenieur nahm gestern mit fünf Zentimeter langen Aluklebestreifen Abdruckproben. Dafür suchte er ungereinigte Flächen, auf denen noch Materialien, Dreck und Staub liegen.

Es muss nachvollziehbar sein

Der Forst- und Umweltdienst hatte im Mai 2010 das Dach abnehmen lassen. Dafür waren Netze für den Fall gespannt worden, dass größere Materialteile herunter brechen. Kleinere Stücke und Schmutz aber fielen in die Halle, deren 30 Parzellen an Privatleute und Gewerbetreibende vermietet sind.

Lesen Sie auch:

- Brennholzhof: Zurzeit wird sechstes Gutachten zur Asbestfrage erstellt

- Asbest-Sanierung sorgt für Wirbel

Markus Schreiber entnahm die Proben nach einem vorgegebenen Normenraster von Böden, Schränken und Simsen. Die Klebestreifen verstaute er in Dosen, fotografierte die Entnahme und trug der einfachen Nachvollziehbarkeit halber jeden erledigten Schritt in Listen und Gebäudepläne ein.

Die Frage, ob es denn so etwas wie eine unumstößliche, eine nie und durch nichts anzweifelbare Expertise gebe, verneint Schreiber. „Dafür müsste man jeden Quadratzentimeter eines Raumes genau untersuchen. Ein Gutachten aber ist immer nur eine Aufnahme der Situation“, sagte der Esslinger.

Markus Schreiber ließ sich gestern im Beisein von Michael Müller vom Forst- und Umweltdienst von den Mietern der einzelnen Hallenabschnitte die Türen aufschließen und entnahm dann an mehreren Stellen seine Klebeproben.

Bei mit Asbest versetzten Materialien, sagt er, sei so lange alles in Ordnung, bis man sie bewege: Dann werde Staub freigesetzt, Fasern schwebten durch die Luft. Dennoch gebe es auch Unterschiede in der Beschaffenheit und der Länge der Fasern. Bei der Vielzahl der entnommenen Proben, sagt Schreiber, sei die Wahrscheinlichkeit allerdings nicht gering, dass in der einen oder anderen tatsächlich Asbestfasern gefunden würden.

Bei der Frage aber, was das bedeuten könne, lässt sich Schreiber nicht auf eine Antwort ein: „Wichtig ist allein die Frage, was die Juristen aus dem Ergebnis des Gutachtens machen.“

Quelle: HNA

Kommentare