Arbeitgeber geht in Berufung - Dr. Schneider weiter im Dienst

Asklepios akzeptiert Chefarzt-Urteil nicht

Dr. Hanns Schneider

Melsungen. Die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung zwischen dem Krankenhausbetreiber Asklepios und Dr. Hanns Schneider, Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus Melsungen, geht in die nächste Runde.

Nach seiner Entlassung Anfang Februar hatte Schneider vor dem Arbeitsgericht Kassel auf Wiedereinstellung geklagt und gewonnen. Nun hat Asklepios dagegen Berufung eingelegt. Über Monate hinweg hatte Asklepios die Wiedereinstellung hinausgezögert, hat kein Gehalt gezahlt und hatte auch gegen das Zwangsgeld von 12 500 Euro an die Staatskasse Beschwerde bei Gericht eingelegt. Das Zwangsgeld war angedroht worden für den Fall, dass Asklepios Dr. Schneider nicht, wie es das Urteil vorsieht, wieder einstellt, erklärte Schneiders Anwalt, Wilfried Mosebach.

Schriftliches Urteil im August

Das Arbeitsgericht hatte am 20. Mai entschieden, dass die Entlassung wegen eines durchtrennten Kabels nicht gerechtfertigt ist. Doch erst am 11. August wurden die schriftlichen Urteile den Kontrahenten zugestellt. Wenige Tage später, so berichtet Mosebach, legte Asklepios dagegen beim Landesarbeitsgericht Berufung ein. Der Arbeitsrechtler geht davon aus, dass das Landesarbeitsgericht erst in sechs bis neun Monaten sein Urteil spricht.

Auch die Wiedereinstellung des 61-Jährigen als Chefarzt, der seit Ende Juli wieder im Dienst ist, wertet Mosebach als mehr Schein als Sein: Schneider sei nicht mehr alleiniger Chefarzt der Chirurgie, denn er teilt sich den Posten mit Dr. Günter Aurand (Orthopädie) und habe nur noch einen Bruchteil seiner früheren Patientenzahlen. Ob diese Veränderung des Arbeitsbereichs vertragskonform ist, will Mosebach noch prüfen.

Die Entlassung hatte auch Auswirkungen auf die Kassenermächtigung durch die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Das heißt: Dr. Schneider darf derzeit keine Patienten ambulant behandeln. Deswegen sei ein Termin für Mitte September vor dem Widerspruchsausschuss der KV angesetzt.

Das sagen: Arbeitgeber und Anwalt

Regionalmanager Dr. Dirk Fellermann betont, dass Dr. Hanns Schneider derzeit arbeitet. Auch halte Asklepios an dem Doppelbesetzung durch zwei Chefärzte in der Chirurgie fest: einer für die Orthopädie, einer für die Allgemeinchirurgie.

Asklepios wird vertreten von Rechtsanwalt Bob Dingeldey aus Gießen. Ziel der Berufung ist es, das Urteil des Arbeitsgerichts Kassel zu überprüfen mit dem Ziel, dass Kündigung rechtswirksam wird. (bmn)

Quelle: HNA

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