Homberger Asyl-Debatte: DGB fordert freundlichen und offenen Empfang

Schwalm-Eder. Bereits Mitte November könnten die ersten Asylbewerber in das frühere Kreiskrankenhaus in Homberg einziehen.  „Es ist richtig, dass sich auch der Schwalm-Eder-Kreis für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge bereit erklärt“, teilt der nordhessische DGB-Geschäftsführer Michael Rudolph mit.

Das Asylrecht sei ein Grundrecht, das allen Menschen offen stehe. Es sei selbstverständlich, dass Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl suchten, auch im Landkreis für die Dauer ihres Asylverfahrens aufgenommen würden.

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Für den DGB ist wichtig, dass die Flüchtlinge in Homberg und imSchwalm-Eder-Kreis in einer offenen und freundlichen Atmosphäre empfangen werden. Man dürfe nicht vergessen, dass diese die Strapazen der Flucht nicht leichtfertig auf sich genommen hätten und nun übergangsweise zufällig in Homberg leben würden. Deswegen sei es wichtig, ihnen mit einer gesunden Neugier statt mit Vorurteilen zu begegnen.

Der DGB ist Partner im Netzwerk „Gewalt geht nicht“ des Landkreises, das sich gegen rechte Gewalt und rassistische Einstellungen richtet. Hierzu passe jedoch kein Klima der Angst vor Einwanderung. Vielmehr müsse die Kommunalpolitik nun schnell dafür sorgen, dass die Integration gelingen könne.

Der DGB schließt sich der Position von Pro Asyl an, dass dezentrale Unterkünfte für Flüchtlinge besser seien statt der leider meist gängigen Sammelunterbringung. Solange diese aber nicht zur Verfügung stünden, sei das leer stehende Homberger Klinikgebäude gut als Ausweichquartier für die Erstaufnahmestelle in Gießen nutzbar.

DGB-Geschäftsführer Rudolph teilt die harsche Kritik an Stadt und Kreis nicht. Eine spontane Entscheidung sei Ende Oktober notwendig gewesen, da Bund und Land seit Jahren eine restriktive Flüchtlingspolitik betreiben. Er vermisse aber klare Aussagen über die geschlossenen Verträge zwischen Land, Kreis, Stadt und Asklepios, die Licht ins Dunkel bringen und sicher die aufgeregte Debatte beruhigen würden. (red)

Quelle: HNA

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