Attacke auf Auto der Vitos-Chefin - Zeichen für schlechtes Betriebsklima?

Irmgard Raschka- Halberstadt

Merxhausen. In einem Brief hat ein ehemaliger Mitarbeiter, der nicht genannt werden möchte (Name ist der Redaktion bekannt), auf die angeblich schlechte Stimmung bei Vitos Kurhessen in Merxhausen aufmerksam gemacht.

Das aus seiner Sicht schlechte Betriebsklima gipfelte, so seine Deutung, jetzt in einer Attacke auf den Dienstwagen von Vitos-Geschäftsführerin Irmgard Raschka-Halberstadt.

Der Klinik-Chefin waren Ende September alle vier Reifen zerstochen worden. Der Vorfall wurde bei der Polizei als Sachbeschädigung gegen unbekannt angezeigt. Die Beamten ermitteln in der Sache.

Wie der Mann, der ein paar Jahre bei Vitos gearbeitet hatte und nach eigenen Angaben noch im engen Kontakt mit vielen Beschäftigten steht, sagte, erschreckten ihn die Reaktionen auf den Vorfall. Er habe sich bei einigen seiner früheren Kollegen umgehört, bei vielen habe es „Verständnis für den Täter“ gegeben. „Das halte ich für ein fatales Zeichen.“ Bereits im vergangenen Jahr, so der Informant weiter, seien Mitarbeiter in einem Rundschreiben darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass es einen Drohbrief an die Adresse der Vitos-Chefin gegeben habe.

Irmgard Raschka-Halberstadt sieht die Sachbeschädigung ihres Wagens eher unaufgeregt. In der Vergangenheit seien wiederholt an Fahrzeugen auf dem Gelände Reifen zerstochen worden. Dass sich die Sachbeschädigung an ihrem Wagen speziell gegen sie richtet, glaubt die Geschäftsführerin nicht. „Ich nehme das nicht persönlich“, sagt sie. Der Täter sei bislang noch nicht ermittelt. In der Klinik gebe es zahlreiche Patienten, viele Besucher frequentierten das Gelände. Niemand könne wissen, ob sich das ein Mitarbeiter ausgedacht habe.

Vehement weist sie jedoch die Aussage zurück, die Stimmung in ihrem Hause sei schlecht. Sicherlich gebe es bei 1200 Beschäftigten den einen oder anderen Mitarbeiter, der mit seiner Arbeitssituation unzufrieden ist. Das sei wie überall.

Wer ein Problem habe, könne sich an Betriebsrat, das offene Forum im Intranet, Seelsorger, Vertrauensleute und ihre Sprechstunde wenden, sagt Irmgard Raschka-Halberstadt.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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