48-Jähriger schoss auf Nachbarn – Landgericht setzte Strafe zur Bewährung aus

Attacke mit der Gaspistole - Landgericht setzte Strafe zur Bewährung aus

Marburg/ Schwalm. Mit der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus für ein Jahr und zwei Monate hat das Marburger Schöffengericht einen 48-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain, der wegen einer gefährlicher Körperverletzung angeklagt war, bestraft.

Das Urteil setzte Richter Dr. Carsten Paul allerdings für drei Jahre zur Bewährung aus. Damit folgte das Gericht dem Vorschlag des Gutachters, der bereits bei einer vorausgegangenen Verhandlung eine ambulante Betreuung des 48-Jährigen vorgeschlagen hatte.

Der 48-Jährige soll nach Auffassung des Gerichts die gefährliche Körperverletzung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen haben. Da er dem ersten Gerichtstermin unentschuldigt ferngeblieben war, hatte das Gericht seine Festnahme angeordnet. Anschließend musste er in die forensische Abteilung des psychiatrischen Krankenhauses in Haina.

In Folge eines bereits länger andauernden Nachbarschaftsstreits hatte der Mann im Januar vergangenen Jahres einen seiner Nachbarn, der als Nebenkläger und Zeuge auftrat, mit einer Gaspistole aus nächster Nähe zweimal angeschossen. Das gab der Angeklagte zu. Dabei hatte der Nachbar erhebliche Verletzungen im Gesicht und, trotz einer Brille, auch an den Augen erlitten. Nach Auffassung der Ärzte sind Spät- und Langzeitfolgen zu erwarten.

Der 48-jährige Täter leidet nach Auffassung des Gerichts an einer paranoiden Persönlichkeitsstörung, aufgrund derer die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt erheblich vermindert war. Schon länger war es häufig zu Streitigkeiten zwischen dem Angeklagten und verschiedenen Nachbarn gekommen. Der Angeklagte hatte sich von allen belästigt gefühlt und häufig zum Fotoapparat gegriffen, um die Geschehnisse auf und rund um sein Grundstück dokumentarisch festzuhalten.

Am Tattag war es zu folgender Situation gekommen: Der Mann vermutete, dass sein Nachbar Schnee auf sein Grundstück geschaufelt hatte. Die Situation eskalierte. Der Mann schoss mit der Gaspistole durch die halb geöffnete Haustür zweimal auf den Nachbarn.

Das Gericht machte die Bewährungsstrafe unter anderem von dem künftigen Einhalten einer räumlichen Distanz zum Nachbarn abhängig. Außerdem solle es zu einem Wohnsitzwechsel kommen.

Da der Angeklagte ankündigte, sich einen neuen Job zu suchen und sein Haus verkaufen zu wollen, folgte das Gericht dem Antrag von Staatsanwaltschaft und Gutachter. Als weitere Auflage muss sich der Mann regelmäßig einer ambulanten Behandlung und Betreuung durch das Klinikum in Haina unterziehen.

Quelle: HNA

Kommentare