Wutanfälle in einer Therapieeinrichtung: 19-jährige Frau wurde aggressiv

Attacken auf Mitbewohner

Treysa. Wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung musste sich vor kurzem eine 19-Jährige aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Jugendschöffengericht in Treysa verantworten.

Im März und Mai diesen Jahres hatte die Angeklagte Mitbewohnerinnen und Betreuer einer Therapieeinrichtung im Altkreis Ziegenhain bedroht und war gegenüber diesen gewalttätig geworden. Zuvor hatte sie in einem Fall mit einer Cola-Flasche randaliert. „Sie hat so eine Kraft entwickelt, wir konnten sie mit drei Mann nicht bändigen“, sagte eine 55-jährige Zeugin. Erst beim Eintreffen der Polizei habe sie sich beruhigt.

Vor Gericht zeigte sich die geistig zurückgebliebene und zu Selbst- und Fremdgefährdung neigende 19-Jährige geständig. In Anwesenheit ihrer Betreuerin gab sie zu, mehrere Leute geschlagen, getreten und an den Haaren gezogen zu haben.

Den Geschädigten waren Haarsträhnen ausgerissen worden, und sie trugen Kratzer und blaue Flecken davon. Eine Zeugin wurde am Knie verletzt.

Die Vorfälle ereigneten sich in zwei verschiedenen Wohneinrichtungen der Therapieeinrichtung, in der die junge Frau bis vor kurzem untergebracht war. Wegen der Vorfälle wurde sie in eine psychiatrische Klinik verlegt.

Seit ihrem fünften Lebensjahr ist sie dauerhaft in therapeutischen Einrichtungen untergebracht und hat bereits mehrere Psychiatrieaufenthalte hinter sich. Auf die Fragen des Richters, ob sie nicht wisse, dass man andere nicht attackieren dürfe und warum sie es getan habe, antwortete die Angeklagte: „Wenn sie mir was antun, was mit mir machen und mir was wegnehmen, dann lasse ich mir das nicht bieten.“

Den Kopf durchsetzen

Aus den weiteren Angaben der 19-Jährigen und aufgrund der Zeugenaussagen ging jedoch eindeutig hervor, dass die Aggressionen in beiden Fällen von der Angeklagten ausgegangen waren.

Die Zeugen beschrieben die 19-Jährige als jemanden, der versuche, seinen Kopf durchzusetzen. Die Angeklagte sei auf Mitbewohnerinnen und Personal losgegangen, weil man ihr weitere Bedarfsmedikation sowie die Verlegung in eine psychiatrische Klinik aufgrund von Zahnschmerzen verweigert habe. „Ich hab das Gefühl, dass Sie ganz genau wissen, was Sie wollen, und wie Sie es erreichen. Das haben Sie sich in den verschiedenen Einrichtungen, die Sie durchlaufen haben über die Jahre hin ganz gut antrainiert“, sagte der Richter.

Bereits in der Vergangenheit war die Angeklagte durch Bedrohung und Körperverletzung auffällig geworden. Wegen des Missbrauchs von Notrufen hatte man sie bereits einmal zu Arbeitsstunden verurteilt.

Das Gericht verurteilte die 19-Jährige zu zwei Wochen Dauerarrest und 120 Arbeitsstunden.

Quelle: HNA

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