Auch im Altkreis Lieferengpässe bei Medikamenten

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Wolfhager Land. Wie in allen Kliniken bundesweit ist auch die Kreisklinik Wolfhagen von Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten betroffen. Das sagte Inga Eisel, Pressesprecherin bei der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH).

Von einem Notstand könne man aber nicht sprechen, bislang sei es immer gelungen, die benötigten Arzneimittel rechtzeitig für die Patienten zu besorgen. Es werde dabei auch auf Alternativpräparate mit demselben Wirkstoff zurückgegriffen.

Allerdings, sagt Eisel: „Es kommt mehrmals pro Woche vor, dass ein Medikament vom Hersteller nicht geliefert werden kann.“ Betroffen sind alle Arzneimittelgruppen, unter anderem Krebs-Medikamente und Antibiotika. „Die Beschaffung der Alternativpräparate kostet das Team unserer Apotheke viel Zeit.“

Die Patienten selbst merken von der Umstellung nichts. Sie sind auch nicht finanziell vom erhöhten Arbeitsaufwand der GNH-Apotheke betroffen, sagt Inga Eisel.

Unternehmen sparen

Als eine der Ursachen für die Lieferengpässe nennen Branchenkenner die Tatsache, dass die Pharmafirmen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit an den Kosten der Lagerhaltung sparen. Man sieht eine weitere Ursache für die Engpässe darin, dass Präparate zeitweise nicht produziert werden können.

Dies bestätigt Karl-Heinz Schubert von der Sonnen-Apotheke, der jahrelang die Kreisklinik belieferte. Dass es zu Lieferengpässen kommt, liegt seiner Meinung auch daran, dass es aus Kostengründen keine Produktionsstätten mehr in Europa gibt und somit längere Transportwege.

Für die Patienten bedeute die aktuelle Situation, dass sie auf Ersatzpräparate ausweichen müssten, die sie nicht kennen. Für die Apotheken hingegen erzeuge dies einen höheren Organisationsaufwand und sinkende Gewinne. (kri)

Quelle: HNA

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