FWG kritisiert Magistrat

Auch Hombergs Ärztehaus wird teurer: Kosten um 500.000 Euro überschritten

Teurer als geplant: Ärztehaus am Obertor hat sich zum finanziellen Problem entwickelt. Archivfoto: Yüce

Homberg. Nicht nur der Umbau des Jugendzentrum im Davidsweg, der Neubau des Feuerwehrgerätehauses und des Jugendclubs in Hülsa wird für die Stadt Homberg mit Mehrkosten von 383.000 Euro deutlich teurer als geplant ausfallen.

Das sei nur die Spitze des Eisberges, so die FWG in einer Pressemitteilung. Auch die Kosten für das Ärztehaus würden gravierend überschritten: Statt 2,7 Mio. Euro sei man schon bei 3,2 Mio. Euro. „Tendenz steigend“, teilt der Fraktionsvorsitzende Achim Jäger mit.

Insgesamt sei man nun schon bei Mehrkosten von 900.000 Euro angekommen. Mit dieser Feststellung verknüpft die FWG die Forderung, dass die Magistratsmitglieder zu ihrer politischen Verantwortung stehen sollten. Schließlich habe dieser eine Kontrollfunktion. Sollte der Magistrat die Kostenüberschreitung eigenmächtig genehmigt haben, müsse dieser komplett zurücktreten und den Weg für einen Neuanfang frei machen, so Jäger. Außerdem besteht die FWG auf die Namen der Verantwortlichen und eine Aufarbeitung der Vorgänge.

Er teile die Befürchtung, dass das Ärztehaus mehr als 3,2 Mio. Euro kosten werde, sagt Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz auf HNA-Anfrage. Er sei aber erstaunt über die Pressemitteilung der FWG. Die Stadtverordneten seien im Juli – da waren 3,2 Mio. Euro bereits ausgegeben – über die Kostenentwicklung informiert worden. „Das ist keine neue Information“, so Ritz.

Aktualisiert um 17.23 Uhr

Wie sehr der Umbau die Stadtkasse tatsächlich zusätzlich belaste, stehe noch nicht fest. Derzeit werde eine Kostenschätzung von Architekt Klaus Mienert erstellt, den die Stadt beauftragt habe. Das würde nötig, weil der eigentlich mit dem Ärztehaus betraute Mitarbeiter der Stadt langfristig erkrankt sei.

Doch nicht nur, dass das Haus teurer wird, es ist noch nicht fertiggestellt und somit noch nicht komplett vermietet: Teile des zweiten Bauabschnitts sind noch eine Baustelle. Ein Grund dafür: Es sollte bedarfsorientiert ausgebaut werden. Denn die Raumkonzepte von Fachärzten seien unterschiedlich und die Schlussplanung sollte sich aus der konkreten Nutzung entwickeln. Soweit der Plan.

„Es war nicht gut, dass über Monate eine Baustelle geblieben ist“, betont Ritz. Die Fertigstellung sei nicht mit der nötigen Stringenz betrieben worden. Und: „Es wurden ohne Zweifel Fehler bei der Planung gemacht.“

Schnell fertig werden

Die Kostenexplosion hätte ein Thema für die Stadtverordneten sein müssen – war sie aber nicht. Was falsch gelaufen ist, das müsse man zwingend aufklären. Doch habe das momentan nicht oberste Priorität: „Das wäre eine rückwärtsgewandte Analyse.“ Wichtiger für die Stadt sei es, nach vorne zu blicken und zu ermitteln, welche Kosten tatsächlich anfallen, und mit dem Bau fertig zu werden. Man müsse klären, woher man das Geld dafür nehme. Ziel sei es, das Projekt schnell abzuschließen und den Betrieb in eine sinnvolle Struktur zu bringen – damit die Stadt Miete kassieren kann.

Unklar ist, wie tief man in Homberg tatsächlich in die Tasche greifen muss. Klar ist, dass die Zusatzkosten den Spielraum für Investitionen weiter einschränken. (may)

Quelle: HNA

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