Kreissynode in Dörnberg: Kirche will sich den Aufgaben der Zukunft stellen

Aufbruch statt Resignation

Gottesdienst zum Thema Kinderarmut: Die Kindergartenkinder stellten ihr Projekt in der Wolfhager Kirche vor. Auch bei der Kreissynode am Samstag in Dörnberg wurde darüber gesprochen. Foto: Archiv

Dörnberg. Aufbruch statt Resignation in Zeiten der Kirchen-Krise: Dies war die Botschaft der Kreissynode am Wochenende in Dörnberg. „Wir wollen nicht in der Vergangenheit verharren, sondern uns den Aufgaben der Zukunft stellen“, sagte Dekan Dr. Gernot Gerlach in einer Pressekonferenz.

Dazu gehöre auch, strittige Themen aufzugreifen und sich nicht hinter Kirchenmauern zu verschanzen.

Als einen der Schwerpunkte nannte der Vorsitzende der Kreissynode, Rudolf Möse, die Stärkung des Glaubens und die Art und Weise wie er vermittelt wird. Dieses Thema werde nun in der Pfarrkonferenz weiter bearbeitet.

Beispiel Predigt: Sprache und Inhalte sollen verständlicher und moderner werden, ohne dass der biblische Kern abhanden kommt.

Nur wer im Glauben gestärkt sei, habe auch einen freien Blick für die Not der anderen, sagte Gerlach. Damit spielte er auf ein weiteres Thema der Kreissynode an: Gegen Ausgrenzung - für Teilhabe. Vorgestellt wurden an diesem Tag das Armutsprojekt der evangelischen Kindergärten und das Mach-Mit-Projekt der Wolfhager Tafel. Bei beiden Initiativen geht es darum, etwas gegen die Ausgrenzung von Hartz- IV-Empfängern und deren Kindern zu unternehmen. Marcus Drescher vom Diakonischen Werk nannte Zahlen: Im Bereich Wolfhagen gibt es 455 Kinder bis 15 Jahren aus Hartz-Familien. 329 Familien und davon 209 Alleinerziehende seien von Armut betroffen. Die Wolfhager Tafel versorge 152 Familien mit 65 Kindern alle zwei Wochen mit Lebensmitteln. Der Bedarf sei jedoch höher.

Menschen Teilhabe am Leben zu ermöglichen

Menschen zu integrieren und ihnen Teilhabe zu ermöglichen ist auch das Ziel der kirchenlichen Hilfe für die Asylbewerber in der Wolfhager Pommernanlage. „Es gibt Bedürfnisse, die weit über das Administrative, das juristisch Gebotene und das sozial Allernötigste hinausgehen, nämlich Mitmenschlichkeit“, begründete Rudolf Möse die Hilfsangebote der Kirche für die Flüchtlinge.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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