Agentur für Arbeit: Förderprogramm verhinderte schlimmere Krise

Aufschwung: Kurzarbeit spielt keine Rolle mehr

Wolfhagen/Hofgeismar. Die Wirtschaft brummt. Im Bereich Wolfhagen/Hofgeismar ist sie in etwa wieder auf dem Stand von vor der Finanzkrise. Das sagt der Chef der Agentur für Arbeit im Bezirk Wolfhagen, Gerhard Fenge.

Maßgeblichen Anteil daran, dass die Unternehmen nicht eine Vielzahl von Arbeitnehmern freisetzten, was eine Verlängerung der Krise bedeutet hätte, war die Kurzarbeit. „Das war genau das richtige Instrument für diese Zeit“, resümiert Fenge.

Wirtschaftlich gesehen gewährleistete die Kurzarbeit, trotz Einkommenseinbußen ein sicheres Gehalt für die Arbeitnehmer, psychologisch signalisierte sie, dass die Unternehmen an eine bessere Zukunft glaubten und ihr Personal halten wollten. Besonders dramatisch war die Situation im Februar 2009. Damals war fast jeder dritte Arbeitnehmer in Kurzarbeit oder von Kurzarbeit bedroht.

Zu Massenentlassungen kam es jedoch nicht. „Man kann nicht sagen, wieviele Menschen ohne Kurzarbeit arbeitslos geworden wären, aber es hätte zu einem spürbaren Einbruch geführt“, sagt Fenge. Dieser drastische Einbruch auf dem Arbeitsmarkt blieb glücklicherweise aus. Statt dessen nutzten viele Unternehmen die Zeit der Krise, um sich mit Hilfe des Stammpersonals neu am Markt zu orientieren, so Silke Sennhenn, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Kassel. Und das mit Erfolg, wie die aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit belegen.

Die Kurzarbeit spielt derzeit nahezu keine Rolle mehr, weiß Fenge. Und, so Sennhenn: Viele Unternehmen stellen wieder ein. Vornehmlich sind es Leiharbeiter, die eine neue Stelle finden. Damit profitiert derzeit auch jener Personenkreis vom Aufschwung, der in der Krise am meisten litt. Zeitarbeiter würden im Krisenfall als erste freigesetzt und bei anspringender Konjunktur schnell eingestellt, bringt Sennhenn die Regeln des Arbeitsmarktes auf den Punkt. Hintergrund

Von Michael Rieß

Quelle: HNA

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