Am Standort des abgebrannten Hauses Völker soll eine Freifläche gestaltet werden

Zum Auftakt ein Abriss

Blick in die Tief: Im Gewölbekeller stehen noch Gläser mit eingekochten Früchten in den Regalen. Nach dem Brand des Hauses im Januar 2009 durfte der Keller nicht mehr betreten werden. Rechts Bauarbeiter Waldemar Just. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Es war unübersehbar, dass das Haus überstürzt von seinen Bewohnern verlassen worden war und sie danach zumindest den Keller nicht wieder betreten haben: Als gestern Dirk Becker mit der wuchtigen Schaufel seines Baggers den Gewölbekeller öffnete, wurde der Blick frei auf Regale, auf ordentlich aufgereihte Gläser mit eingeweckten Früchten.

Im Januar 2009 war das Haus Völker in der Naumburger Altstadt ausgebrannt. Die Brandruine wurde bald darauf aus Sicherheitsgründen bis auf die unterste Geschossdecke abgetragen, der Keller durfte nicht mehr betreten werden.

Erstes Projekt

Gestern nun trafen sich Vertreter der Stadt und der Abteilung Dorferneuerung des Landkreises am inzwischen der Stadt gehörenden Grundstück, um das erste investive Projekt der Dorferneuerung in Naumburg zu starten.

Der verbliebene Rest des Gebäudes wird eingeebnet, der Gewölbekeller mit Schotter verfüllt. Hier soll eine Freifläche entstehen. „Dass wir mit einem Abriss in die Dorferneuerung starten, haben wir noch nie gehabt“, sagte Peter Nissen, Abteilungsleiter Dorferneuerung und Regionalentwicklung beim Amt für den ländlichen Raum.

Nissen übergab einen Förderbescheid in Höhe von 34 357 Euro an Bürgermeister Stefan Hable, der die künftige Nutzung des Areals skizzierte. Auf den 225 Quadratmetern soll eine begrünte Freifläche mit Sitzgelegenheiten und zwei Spielgeräten entstehen. „Wenn es so kommt wie es planerisch vorgesehen ist, wird es ein Highlight, an das sich ein weiteres anschließen wird: eine Spielstraße“, sagte der Bürgermeister. Und die soll in der Graf-Widukind-Straße entstehen.

Altstadt beleben

Ziel ist es, die Altstadt für Neubürger - vor allem junge Familien - attraktiver zu machen. Die Altstadt soll wieder als Wohnquartier entdeckt und damit belebt werden, erklärte Jürgen Günst, Vorsitzender des Arbeitskreises Dorferneuerung. Der Abriss sollte jedoch der allerletzte Schritt sein. Im Fall des Hauses Völker wären die Bewohner gern in ihrer vertrauten Umgebung geblieben, der Brand änderte alles.

Nun ist also Dirk Becker mit seinen Mitarbeitern am Zug. Die Gewölbedecke wird abgetragen, der Kellerinhalt ausgebaggert, dann schichtweise Schotter aufgebracht. Bis Ende der Woche will er das erledigt haben.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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