Bessere Chancen für Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt

Schwalm-Eder. Was macht man, wenn man 17 ist und ein Kind bekommt? Ohne Ausbildung? „Das sind in Deutschland leider immer noch die Voraussetzungen, um dauerhaft von Hartz IV abhängig zu sein. Das muss nicht sein“, sagt Manuela Reiser vom Jobcenter in Homberg.

„Der Weg raus aus dem Dilemma heißt Teilzeitausbildung“, erklärt sie und macht sich dafür stark, dass mehr Betriebe im Schwalm-Eder-Kreis auch auf dieses Ausbildungsmodell setzen.

Denn alle Berufe, die in einer betrieblichen Ausbildung erlernt werden, können auch in Teilzeit absolviert werden. Dabei sollte die regelmäßige Arbeitszeit im Betrieb 30 Wochenstunden beziehungsweise 75 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit betragen.

„Doch leider scheuen sich immer noch die meisten Arbeitgeber, gerade alleinerziehende Frauen mit Kindern einzustellen und auszubilden“, sagt Reiser. Deshalb bleiben wohl auch fast doppelt so viele Frauen mit Kindern ohne Ausbildung wie Frauen ohne Kinder.

Recht auf Teilzeitausbildung seit 2005

Seit 2005 gebe es das Recht auf eine Teilzeitausbildung. Auch, wer einen Angehörigen pflegt, hat ein Recht auf eine Teilzeitausbildung. Doch bisher ließen sich wenige Unternehmen auf dieses Modell ein. Dabei habe es durchaus Vorteile für die Arbeitgeber: „Sie gewinnen Auszubildende mit einem großen Verantwortungsbewusstsein und einer hohen Motivation“, sagt Reiser. Denn wer trotz schwieriger Lebensumstände eine Ausbildung beginne und dafür alle Unwägbargkeiten aus dem Weg räume, sei engagiert und motiviert. Außerdem sei es für die Betriebe auch eine finanzielle Entlastung, da der Lohn entsprechend der geringeren Stunden auch geringer ausfalle. Zudem sei es ein Imagegewinn, wenn sich ein Betrieb als familienfreundlich präsentiere. „Es gibt viele Vorteile“, sagt Reiser und hofft, dass mehr Betriebe die Teilzeitausbildung anbieten.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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