Ausgebrochene Weidetiere sorgen für Gefahr auf der Straße: Polizei bietet deshalb neuen Service an

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Manchmal lockt die Freiheit: Pferde und Rinder die ausbrechen können vor allem auf der Straße zur großen Gefahr werden. Die Polizei bittet jetzt Tierhalter sich zu registrieren, damit sie die Polizei im Fall der Fälle schneller erreichen kann. Foto: Archiv

Wolfhagen/Zierenberg. Seit die Weidesaison Anfang Mai begonnen hat, wird es auf den Straßen im Altkreis gefährlich. Schon zweimal mussten die Wolfhager Polizeibeamten ausrücken, um ausgebrochene Weidetiere in Schach zu halten. Problem dabei: Sie konnten die Halter nur mühsam und mit viel Verspätung ermitteln

Aus diesem Grund bietet die Polizeistation Wolfhagen einen neuen Service an, um schnellstmöglich reagieren zu können: Weidetierhalter können sich persönlich, per Mail oder telefonisch bei der Dienststelle melden und den Beamten Angaben zu ihren Tieren, den genutzten Weideflächen, aber vor allem auch zur eigenen Erreichbarkeit machen. Diese Angaben werden jederzeit aktualisiert und von den Beamten nur dann verwendet, wenn Tiere ausgebrochen sind und sehr schnell reagiert werden muss. „Dabei werden selbstverständlich alle datenschutzrechtlichen Vorgaben berücksichtigt“, erklärt Ulrike Langer von der Polizeistation Wolfhagen.

Der schlimmste Fall in diesem Zusammenhang hat sich vor kurzem ereignet. Dabei meldeten Anwohner aus Zierenberg-Friedrichsaue, dass offenbar sechs Pferde ausgebrochen seien. Niemand wusste wem die Tiere gehören. Wegen der Nähe zur Bahnlinie und zur Autobahn 44, suchte die Polizei das Gelände sofort mit mehreren Funkwagen ab und warnte die Autofahrer per Rundfunkmeldung.

„Allein durch die möglichen Schäden können bei einem Unfall sehr schnell Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen.“

Schließlich entdeckten die Beamten die dunkelfarbigen Pferde mitten auf der Straße in der Nähe von Zierenberg. und konnten sie einfangen.

Ein paar Tage später waren wieder Pferde aus Zierenberg ausgebrochen und standen auf den Bahngleisen am Fuße des Dörnbergs. Bewohner vom Schreckenberg verhinderten Schlimmeres. Nach einem Notruf wurden die Zugführer informiert und bremsten die Züge ab. Auch hier recherchierten die Beamten eine ganze Weile, bis sie den Halter ermitteln konnten.

Bei diesen Vorfällen hätte leicht etwas ins Auge gehen können. „Dabei können Mensch und Tier erheblich verletzt oder sogar getötet werden“, warnt die Hauptkommissarin. „Im Anschluss an solche schlimmen Ereignisse ist dann zu klären, wer der verantwortliche Eigentümer ist, ob die Tiere ordnungsgemäß gehalten wurden und man dafür Sorge getragen hat, dass beispielweise die Besitzer zeitnah erreicht werden konnten, um die Pferde wieder einzufangen.“

Wurde diese Sorgfaltspflicht grob verletzt, die grundsätzlich für alle Halter von Weidetieren gelte, könne es neben den strafrechtlichen Folgen zu erheblichen haftungsrechtlichen Konsequenzen kommen, im schlimmsten Fall zum Haftungsausschluss durch die Versicherung. Dazu Ulrike Langer: „Allein durch die oftmals nicht unerheblichen Sachschäden können dabei sehr schnell Kosten im fünfstelligen Bereich entstehen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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