Ausgeh-Verbot oder Kastration für Katzen

Homberg. Weil sich viele Katzenhalter dagegen sträuben, ihre Tiere kastrieren zu lassen, will die Stadt Homberg nun durchgreifen und eine Kastrationspflicht für Katzen einführen. Entscheiden werden die Stadtverordneten am Donnerstag darüber. Nach HNA-Recherche zeichnet sich eine breite Mehrheit ab. Ab 1. Juli könnte dann gelten: Sind Katzen nicht kastriert, dürfen sie laut Verordnung nicht streunen.

Wer sich nicht an die Verordnung hält, könnte mit einem Bußgeld von 5000 Euro belangt werden Diese Summe werde man aber wohl nie einfordern, sie sei eher zur Abschreckung gedacht, sagt Christian Haß, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Wir wollen deutlich machen, wie wichtig die Kastration für den Tierschutz ist“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Gerlach. Haß und Gerlach betonen, dass ihre Fraktionen hinter den Plänen stehen. Bürgermeister Dr. Nico Ritz sagt, dass es ein überfälliger Beitrag für den Tierschutz sei.

Mit der Verordnung soll verhindert werden, dass sich freilaufende Katzen in Homberg und den Stadtteilen weiter unkontrolliert vermehren. Dafür hatte der Tierschutzverein Homberg-Borken in den vergangenen vier Jahren gekämpft. Immer häufiger wird der mit trächtigen Katzen oder ganzen Katzen-Familien konfrontiert. Zuletzt sorgte im April ein herzloser Fall für Aufsehen: Fünf junge Katzen wurden kurz nach ihrer Geburt ausgesetzt. „Das war ein grausamer Fall von Tierquälerei“, sagt Monika Klüh vom Tierschutzverein. Keine der fünf Katzen überlebte.

Klüh erklärt, dass der Stadt durch die Pflicht weder Arbeit noch Kosten entstünden. Die übernehme der Verein. Der hat bislang verwilderte Katzen auf eigene Rechnung kastrieren lassen. Allein im Jahr 2015 waren es 100 Katzen.

„Durch die Verordnung hätte wir endlich rechtliche Sicherheit. Und es wäre die Chance auf viele bessere Katzenleben“, so Klüh.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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