Ausnahmetalent am Cello: Wolfhagerin gewann Bundeswettbewerb "Jugend musiziert"

Begabte Musikerin: Noémie Maria Klages spielt Cello, seit sie vier Jahre alt ist. Foto:  Renner

Wolfhagen. Mit vier Jahren bekam sie ihren ersten Cello-Unterricht, seit sie zehn Jahre alt ist, lernt sie an der Musikhochschule des Detmolder Hochbegabtenzentrums, seit zwei Jahren ist sie Mitglied des Bundesjugendorchesters.

Noémie Maria Klages aus Wolfhagen ist ein Ausnahmetalent am Cello. Beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ hat sie jetzt den ersten Platz in ihrer Altersklasse gemacht - und das nicht zum ersten Mal.

„Die Musik ist mein Leben“, sagt Noémie Maria Klages und lacht. Die 16-Jährige berichtet begeistert von drei Stunden Übung täglich, den Wettbewerben, an denen sie teilnimmt, Unterricht in Stimm- und Gehörbildung und zahlreichen Auftritten. Die Zeit ist manchmal knapp, sagt sie. „Die Schule ist wichtig, nimmt aber viel Zeit in Anspruch.“ Noémie geht in die Oberstufe der Wilhelm-Filchner-Schule, nach dem Abi will sie an einer Musikhochschule studieren.

Bis es soweit ist, muss die junge Frau noch ein beachtliches Pensum stemmen. Mehrmals pro Woche fährt sie ihre Mutter nach Detmold, wo sie Cello bei Prof. Alexander Gerbert studiert und Klavier als Pflicht-Nebenfach bei Prof. Piotr Oczkowski übt. Im Hochbegabtenzentrum lernt sie außerdem Theorie, Gehörbildung, Improvisation, Chor und alles rund um Kammermusik und Musikergesundheit. Für Freunde bleibe da manchmal nicht so viel Zeit, wie sie es gern hätte.

Dennoch unterstützen sowohl die Schule als auch die Freunde die musikalische Karriere von Noémie. Die Filchner-Schule hat sie schon mehrfach freigestellt, wenn es für Studienaufenthalte nach Italien, Belgien oder Griechenland ging.

Auch Auftritte führten sie bereits ins Ausland, beispielsweise nach Frankreich mit der Jungen Philharmonie Hessen. Seit Januar 2014 spielt sie außerdem als Cellistin im hessischen Landesjugendsinfonieorchester. Kurz darauf folgte die Aufnahmeprüfung fürs Bundesjugendorchester. „Darüber war ich total glücklich, und dort habe ich auch meine besten Freunde kennengelernt“, sagt sie.

Die Liste ihrer Auftritte, Meisterkurse und Siege ist lang. An etwa fünf Wettbewerben nimmt sie jedes Jahr teil, hinzu kommen 30 bis 40 Konzerte mit den Orchestern, aber auch als Teil eines Trios und künftig als Cellistin in einem Streichquartett. Neulich sei nach einem Konzert ein älterer Mann zu ihr gekommen, der sich bei Noémie Maria Klages bedankt habe für ihr Spiel, das ihn sehr berührt habe. Für die 16-Jährige ein besonderes Erlebnis, „denn es ist die Aufgabe eines Musiker, die Menschen zu berühren“. Zufrieden ist sie dennoch nie wirklich. „Ich bin Perfektionistin“, sagt sie.

Noémies größter Wunsch ist es, später als Berufsmusikerin in einem großen Orchester zu spielen, am liebsten bei der Berliner Philharmonie. „Aber die Plätze sind heiß begehrt.“

Quelle: HNA

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