Ausstellung: Afrikas Erde liegt im Kellerwald

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Was der Boden erzählt: Hobbygeologe Willi Schütz stellt aktuell in der Stadtsparkasse in Treysa aus.

In einer Schau in Treysa von Willi Schütz geht es um die Erdgeschichte vor der Haustür.

Über seine Ausstellung „Geologie - Fauna - Flora der Steinhorndecke im südlichen Kellerwald“ verriet der Hobbygeologe Willi Schütz, warum er sich seit mehr als 50 Jahren mit der Geschichte dieses Landstriches beschäftigt. „Bei meinen ersten Naturführungen fragten mich die Kinder nach den Namen der Blumen, die sie sahen“, erinnerte sich Schütz.

Da er ihnen spontan keine Antwort habe geben können, forschte er nach. „So bin ich zuerst in die Pflanzenwelt eingetaucht“, erzählte er bei der Eröffnung. Schon bald fragte er sich, warum an manchen Orten bestimmte Blumen wuchsen, an anderen jedoch nicht. Er untersuchte die Böden und fand die ersten „wunderbaren Dinge im Gestein.“

Jetzt wollte er wissen, welche versteinerten Lebewesen er entdeckt hatte und wie diese in den Kellerwald gekommen waren. Die Geschichte der Erde - die Geologie - begann ihn zu faszinieren. Ein Tipp von Freunden führte ihn zum Erbsloch. „Als ich das erste Mal dort war, suchte ich das Loch, musste aber feststellen, dass das Erbsloch eine Kuppe ist“, erzählte Schütz schmunzelnd.

Die hier gefundenen Versteinerungen bestimmte er mit Hilfe von Geologieprofessoren aus Marburg und Göttingen. Sie stellten fest, dass die Fundstücke mehr als 400 Millionen Jahre alt waren und ehemals aus dem afrikanischen Raum stammten. Wie die versteinerten Tiere diesen Weg von Afrika bis zum Kellerwald zurücklegten, zeigen die Schautafeln der Ausstellung. In einer Vitrine sind zusätzlich von Schütz gefundene Fossilien zu sehen. „Wer die heutigen Unwetter erlebt, der kann sich auch vorstellen, welche enorme Kraft die Natur entwickeln kann und warum sich vor Jahrmillionen Jahren die Kontinente auf der Erde verschoben haben“, sagte Schütz.

In ihrer Laudatio würdigte Dr. Cornelia Kurz, Kustodin für Geologie und Paläontologie am Naturkundemuseum im Ottoneum Kassel, das lebenslange Engagement des Hobbygeologen für den Naturschutz. Schütz habe sich als Mitglied im Naturschutzbeirat des Schwalm-Eder-Kreises und des Regierungspräsidiums und als Gründungsmitglied der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen seit Jahrzehnten für die Erhaltung bedeutender Landschaften seiner Heimat eingesetzt. „Schütz zeigt, dass sich ein Zipfel Afrikas hier bei uns niedergelassen hat“, sagte Kurz.

Noch bis Mitte Juli ist die Ausstellung in der Stadtsparkasse Treysa zu sehen, montags bis freitags, 8.30 bis 12.30 Uhr, montags, dienstags und freitags, 14 bis 16.30 und donnerstags, 14 bis 18 Uhr.

Quelle: HNA

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