Ausstellung über die Geschichte der Jagd im Museum der Schwalm

Empfang durch die Bläser: Die Musiker vom Kreisjagdverein Hubertus Ziegenhain begrüßten die Besucher vor dem Museum der Schwalm mit jagdlichen Klängen. Fotos:  Rose

Ziegenhain. Die Jagd ist Mittelpunkt einer aktuellen Ausstellung, die gestern im Museum der Schwalm in Ziegenhain eröffnet wurde: Kurator und Musemsleiter Konrad Nachtwey lenkte gemeinsam mit Wolfgang Sangerhausen vom Kreisjagdverein Hubertus Ziegenhain und Dr. Wolfgang Fröhlich, Tierparkleiter im Knüll, den Blick auf Waffen, Werkzeuge und Wildpräparate.

Gleich wohl stellte er klar: „Die Jagd gehört zur Geschichte der Menscheit - ohne Tiere, ohne Umwelt, könnte der Mensch nicht leben.“ Deshalb fanden auch Aspekte wie Nahrung und Kleidung, moderne Hege und Biotopgestaltung in der Ausstellung Raum.

Leihgaben aus dem Wildpark

Lebhaft bebildert wurde die Schau durch Leihgaben, überwiegend aus dem Wildpark, aber auch von Privatpersonen. Den Aufbau realisierten Helfer aus den Reihen der Jäger sowie Dennis Möller, Katharina Knoch und Ingo Schuster vom Museumsteam. Evolutionsbiologe Fröhlich gab einen Überblick über die Entwicklung des Menschen: Um überhaupt jagen zu können, hätte sich der Homo Sapiens anatomisch verändern müssen. Aus Forschungen gehe hervor, dass sich das menschliche Großhirn erst durch den Verzehr von Fleisch weiter entwickelt hätte. Mit der Sesshaftigkeit sei die Jagd zurück gegangen - zugunsten des Ackerbaus.

Im Mittelalter sei die Jagd ein Privileg des Adels gewesen. Zu dieser Zeit seien auch die letzten Großtiere ausgerottet worden: Auerochsen, Wisent, Bär, Wolf und Luchs. Heute seien Jäger zur Hege und zur Schaffung eines biologischen Gleichgewichts verpflichtet.

Keine große Akzeptanz

Wolfgang Sangerhausen ging in seinem Vortrag zunächst auf den Ruf der „grünen Zunft“ ein: „Wir finden heute in der Bevölkerung keine große Akzeptanz.“ Er erklärte, dass Jäger regulierend eingreifen müssten: „Die Wölfe werden uns die Arbeit nicht abnehmen.“ Von 374 000 Jägern in Deutschland seien 74 000 Frauen. „Die Tatsache nimmt uns das Image des Machohaften“, sagte Sangerhausen. Der Ziegenhainer erläuterte, dass Jagen kein günstiges Freizeitvergnügen und schon gar kein Hobby sei: „Wir sind durch Gesetze reglementiert.“ Ziel sei es, einen artenreichen, gesunden Wildbestand zu erhalten.

Im Kreis seien 2015 insgesamt 784 Tiere großer Wildarten erlegt worden. „Die Tendenz ist steigend, aber wir übernutzen die Bestände nicht.“ Es gebe zu beachtende Signale. Etwa die Schäle an den Bäumen. „Sinkt die Schäle, werden weniger Tiere gejagt.“ Er hoffe, dass die Ausstellung viele Fragen zur Jagd beantworten könne, erklärte der Vorsitzende des Vereins.

• Die Ausstellung ist noch bis 6. Dezember zu sehen

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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