Austauschpraktikantin Klara Koblizkova ist Tschechin, aber denkt längst europäisch

Austauschpraktikum: Tschechin Klara Koblizkova kennt keine Grenzen

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Praktikum zwischen Bohrern und Mundspiegeln: Klara Koblizkova aus Tschechien assistierte einem Malsfelder Zahnarzt. Nun will sie Managerin werden.

Malsfeld/Homberg. Klara Koblizkova kennt keine Landesgrenzen. Die 18-Jährige kennt nicht die Zäune und Mauern, die einst ihr Land von jenem trennten, in dem sie gerade ein Auslandspraktikum macht.

Seitdem sie sich erinnern kann, ist Europa eins. Klara Koblizkova kommt aus Tschechien, doch ihre Heimat ist Europa. Sie spricht fließend Englisch, reist viel und möchte Managerin werden: „Es gibt doch Kindermädchen.“

Zwei Wochen hat die Zwölftklässlerin in Beiseförth gewohnt. Die Theodor-Heuss-Schule in Homberg, die mit der Schule in ihrer Heimat verpartnert ist, hat ihr eine Gastfamilie und den Praktikumsplatz beim Malsfelder Zahnarzt Dr. Michael Bühler vermittelt.

Am Freitag reist Klara Koblizkova ab, gemeinsam mit zwei Mitschülerinnen, die bei einem Rechtsanwalt und im Fritzlarer Regionalmuseum gearbeitet haben. Im Gepäck hat Klara Koblizkova zwei Erkenntnisse: Sie möchte lieber Managerin werden, nicht Zahnärztin. „Das ist nichts für mich“, sagt sie verlegen. Die Farbe sei ihr aus dem Gesicht gewichen, als sie Zahnarzt Bühler bei einer Implantation zusah. „Und der Beruf ist körperlich zu anstrengend“, sagt sie.

Die zweite Botschaft, die Koblizkova mit nach Hause nimmt: Deutschland ist wie Tschechien. „Kassel erinnert mich an meine Heimatstadt Budweis in Südböhmen“, sagt sie. Die Schaufenster sind bunt, die Straßenseiten grün, Hochhäuser selten und die Menschen offen. „Ich habe keine Unterschiede entdeckt“, sagt sie.

Und doch freut sie sich zurückzukehren nach Budweis, ihre Heimat. Wiederkommen wird Klara Koblizkova, schließlich sind 600 Kilometer überwindbar.

Quelle: HNA

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