Kunden in Wolfhagen und Ehlen freuen sich über Rabatte

Ausverkauf in den Schlecker-XL-Märkten hat begonnen

Satte Rabatte zum Ausverkauf: Bei 30 Prozent Preisnachlass auf die Produkte in den XL-Schlecker-Märkten griffen die Kunden gestern ordentlich zu. Irgendwann im August wird für die Verkäuferinnen der letzte Arbeitstag sein. Foto: Michl

Ehlen/Wolfhagen. „30 Prozent auf alles“, heißt es seit Donnerstag im Schlecker-XL-Markt in Ehlen. Eigentlich hatte sich Edith Kupferschläger dieses Datum etwas anders vorgestellt, denn es war auf den Tag genau vor 13 Jahren, als sie beim Drogeriemarkt ihre Arbeit angetreten hat.

Bis zuletzt hatten sie und ihre Kolleginnen noch gehofft, dass es irgendwie weitergeht, doch ein Fax kündigte vergangene Woche für sie das Aus an.

Von schlechter Stimmung war dennoch nichts zu spüren, gut gelaunt meisterten die Schlecker-Frauen den Ansturm der Schnäppchen-Jäger und freuten sich über die vielen guten Wünsche ihrer Kunden. Sie sehen dem Ende überraschend gelassen entgegen. „Was sollen wir machen. Uns bleibt nichts anderes übrig, und ein paar Wochen haben wir ja auch noch vor uns“, sagt Kupferschläger. Wann genau geschlossen wird, das wisse sie noch nicht, Ende August, vielleicht aber auch erst im September. „Bis dahin wollen wir wie gewohnt für unsere Kunden da sein, schließlich waren ja auch sie uns jahrelang treu.“

So locker wie sie - Edith Kupferschläger wird in Rente gehen - können ihre vier Kolleginnen nicht in die Zukunft blicken. Sie haben noch einige Berufsjahre vor sich und bislang noch keine neue Stelle in Aussicht. „Gerne hätten wir das Geschäft übernommen, doch dafür fehlt uns das Geld“, sagt Petra Spangenberg. Was auch kommen mag, eines ist für sie sicher: Am letzten Tag will sie mit ihren Kolleginnen zum Abschied einen Sekt trinken.

Wie in Ehlen so sind auch in Wolfhagen bei den zuletzt fünf Mitarbeiterinnen des Schlecker-XL-Marktes in der Mittelstraße die Hoffnung auf einen Fortbestand des Geschäftes zerplatzt wie Seifenblasen. Über Mangel an Arbeit beklagen sich die zwei verbliebenen Verkäuferinnen aus Wolfhagen und Bad Emstal nicht. In bundesweit allen 358 XL-Märkten startete am Donnerstag der Ausverkauf. Die Wolfhager Mitarbeiterinnen: „Der Ansturm der Kunden gestern war enorm.“

Wie es bei beiden Verkäuferinnen weitergehen wird, wissen sie nicht. „Wir haben uns nach Erhalt der Kündigung bei der Arbeitsagentur gemeldet, bisher aber noch kein Stellenangebot erhalten.“ Im Gegensatz zu zwei Kolleginnen aus Burghasungen und Elgershausen, die bei der Job-Suche Glück hatten. Auch wissen die beiden Frauen nicht, wann für sie definitiv Schicht ist. „Das Aus für uns kann bei einer Insolvenz jeden Tag sein, vermutlich spätestens aber im August. Wenn keine Arbeit mehr da ist, dann werden wir Knall auf Fall freigestellt.“

Leidtragender der Schließung des Wolfhager Marktes ist auch der Besitzer der Immobilie. Bei einer Insolvenz nutzt ihm auch ein mit Schlecker längerfristig abgeschlossener Mietvertrag nichts. (zhf/zih)

Quelle: HNA

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