Ausverkaufter Premierenabend: Mundarttheater spielte in Zella in Tracht

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Oh Schreck: Kurt Bechtel trug das arme Mäuschen nach draußen, vor dem sich die Damen des Hofes Annchen Wenzlik, Christel Schwalm und Lisa Steinbrecher (von links) so fürchteten. 

Willingshausen - In Zella hob sich zum Premierenabend der Vorhang für Theater in Schwälmer Mundart und Tracht. Im proppevollen Saal des Landgasthofes Bechtel erlebte das Publikum Stunden deftiger Unterhaltung.

Und zwar mit den Theaterstücken „Bann die Katz fott es, hött die Mous de Sprong“ und „In Strumbbängel uff Rees“. Wer in Schwälmer Platt nicht ganz so versiert war, dem half wie immer ein kleines „Wörterbuch“ auf dem Programmzettel.

Die Truppe nahm die Gäste zunächst mit auf den Hof der Wagners. Kaum ist Kottchen (Ana-Maria Bechtel) auf den Weg in die Kur aufgebrochen, gehen im Haus merkwürdige Dinge vor sich. Gatte Hans (Martin Kürschner) lädt sich Gespielin Lieschen (Katrin Wirtz) aus Lingelbach ein, die direkt mit Sack und Pack einzieht. Dicht gefolgt von Lina (Anneliese Ohnesorge), Kottchens Schwester. An die hat nämlich der alte Henner (Walter Friedrich) sein Herz verloren. Auch Töchterchen Lisabeth (Elisabeth Bechtel) ist kein Kind von Traurigkeit und stellt - kaum ist die Mutter fort - den feschen Klaus (Nikolai Heft) vor. Als dann auch noch Hans-Kurt (Tobias Schultheiß) mit seiner Vorliebe fürs Kartenspielen um Geld im Hause Wagner auftaucht, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Impressionen vom Schwälmer Theaterabend

Bei der mit viel Liebe zum Detail und markigen Schwälmer Sprüchen ausstaffierten Geschichte sprang der Funke auf das Publikum schnell über. Immer wieder gab es für die humoristischen Einlagen Szenenapplaus. Die Truppe überzeugte wieder einmal durch unbändige Spielfreude und viel Situationskomik.

Auch die Akteure der zweiten Geschichte bewiesen Talent und enorme Ausdrucksstärke: Kurt Bechtel schlüpfte in die Rolle des stumpfsinnigen, aber dennoch bauernschlauen Knechts, der die Damen des Hofes auf Trab hielt. Annchen Wenzlik mimte eine Wahrsagerin, die mithilfe von Hühnerfüßen die Zukunft sah - das Publikum lachte Tränen. Knapp drei Stunden spielten sich die Akteure in die Herzen ihrer Zuschauer.

Infos zu Restkarten für weitere Aufführungen Tel. 06691/4754

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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