Internet und Hersteller stellen Kfz-Branche vor große Probleme

Autohändler geraten weiter unter Druck

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Schwalm-Eder. Die Zahl der selbständigen Automobilvertragshändler sinkt. „Es gibt immer weniger selbständige Händler, die bereit sind, Autos auf eigene Rechnung und eigenes Risiko zu verkaufen“, sagt Angelo Döring, Sprecher der Kfz-Innung des Landkreises.

Grund dafür seien auch die hohen Auflagen, die die Händler von den Herstellern erhielten, sagt Döring, Inhaber des Autohauses Griesel in Röhrenfurth: Die Vorgaben, hohe Stückzahlen zu verkaufen, stets Vorführwagen vorrätig zu haben und nicht zuletzt die Verkaufsräume exakt nach oft kostenintensiven Vorgaben des Konzerns zu gestalten, erschwere den Händlern das Leben. Zudem trügen viele Hersteller ihre Rabattaktionen und Preiskämpfe auf dem Rücken der Händler aus: „Der Druck wird immer größer, die Gewinnmargen immer niedriger,“ sagt Döring.

Deshalb verwundert ihn weder die Tatsache, dass in der Vergangenheit kein einziger neuer Vertragspartner im Landkreis hinzugekommen ist, noch dass das Autohaus Weckesser aus Schwalmstadt seine Filiale in Homberg schließen will (wir berichteten). „Je mehr Standorte ein Händler hat, desto mehr Geld muss er investieren, um die Anforderungen des Autoherstellers in Design und Optik zu erfüllen.“

Auch Bernd Wendt vom Autohaus Rasner in Treysa ist sicher, dass sich der Trend verschärfen wird. Grund sei auch der demografische Wandel: Es werde auf dem Land schwierig, immer mehr Autos an immer weniger Menschen zu verkaufen. Hinzu komme die große Konkurrenz, die das Internet darstelle. „Der Markt hat sich im Vergleich zu früher deutlich verändert. Aber diesen Trend können wir nur aufschieben, nicht aufhalten.“

Den Kfz-Betrieben im Landkreis müsse nicht bange sein: Wolfgang Scholz von der Kreishandwerkerschaft ist davon überzeugt, dass sich der Automobilmarkt wieder stabilisieren wird.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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