Preisnachlässe bei Neuwagen, aber keine Rabattschlacht

Autohändler im Kreis gegen Dumpingpreise

Schwalm-Eder. Die europäische Schuldenkrise hat den deutschen Automarkt erreicht. Das erklärt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Ohne Rabatte laufe bei den Autohändlern momentan nichts. Auch der Automarkt im Schwalm-Eder-Kreis ist in Bewegung.

Von einem „harten Tagesgeschäft“ spricht beispielsweise Herbert Prüssing, Geschäftsführer des Fiat-Autohauses in Homberg. Doch von einer Krise und Rabattschlachten könne im Landkreis keine Rede sein, sind sich die befragten Händler überwiegend einig.

Im Gegenteil: Zuletzt ging es den Verkäufern im Kreis gut, zumindest lassen das die Zulassungszahlen der Neuwagen im Vergleich zum Vorjahr im Zeitraum von Januar bis Juli vermuten: 3176 stehen 3012 gegenüber, sagt Angelo Döring, Pressesprecher der Kraftfahrzeug-Innung Melsungen. Deshalb seien nach seinem jetzigen Kenntnisstand auch keine größeren Rabatt-Aktionen geplant. Was jedoch in der Zukunft passiere, könne er nicht prognostizieren.

Selbst wenn die Krise im Schwalm-Eder-Kreis ankommen sollte, wollen die Händler eine Rabattschlacht vermeiden. Sie würden ihre Autos nicht zu Dumpingpreisen verkaufen. „Wir beteiligen uns nicht an einer möglichen Preisschlacht“, sagt Holger Habermehl, Geschäftsführer von Hansmann Automobile aus Melsungen. Der Mazda-Händler habe zwar immer mal wieder Rabatt-Aktionen, wenn Sondermodelle angeboten werden, das sei aber normal.

Auch Opel-Händler Hubert Opfer, Geschäftsführer des Ulrich Autoparks in Homberg, ist gegen einen Ramschverkauf: „Verschenken geht nun mal nicht.“ Von der Krise bei dem Autohersteller Opel merke er nichts.

Gute Stimmung auch bei Reiner Rabich. Der Inhaber des Autohauses in Schwalmstadt verkauft Jahreswagen von Mercedes zu günstigen Konditionen: „Wir verkaufen deshalb viele Autos, weitere Rabattaktionen sind unnötig."

Offizielle Zahlen über mögliche Rabatte im Landkreis gibt es nicht, sagt Roger Seidl, Pressesprecher des Kfz-Gewerbes vom Landesverband.

Laut dem Rabatt-Index des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen waren die Rabatte seit Erhebung der Daten noch nie so hoch wie im Juli. Für die 30 beliebtesten Neuwagen im Privatkundenmarkt stiegen die durchschnittlichen Nachlässe im Vergleich zum Vormonat um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent. Das betrifft vor allem den deutschen Autohersteller Opel, der auf seine Modelle Corsa und Astra bis zu 35 Prozent Preisnachlass gebe - aber nur bei Internetvermittlern. Auch Volkswagen erhöht seine Rabatte.

Der Rabatt-Index des Instituts gibt Auskunft über den Preisdruck im deutschen Automarkt. Die Daten werden von Autoherstellern und Autobanken bezogen. (cow)

Von Constanze Wüstefeld

Quelle: HNA

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