Ein Koloss in der Schwebe: Autokran hievte Betonbrücke über ein Fachwerkhaus

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Das 25-Tonnen-Brückenelemente "fliegt" über das Haus.

Frielendorf. Wie wichtig eine Brücke ist, merkt man häufig erst dann, wenn sie verschwunden ist. In den vergangenen Wochen mussten die Menschen im Frielendorfer Ortsteil Todenhausen diese Erfahrung machen. 

Auch wenn es sich nur um eine kleine Brücke handelt, knapp sechs Meter lassen sich eben nicht so einfach überwinden. Mitten im Ort wurde mit Kanal- und Straßensanierungsarbeiten auch die alte Sandsteinbrücke über den gemächlich dahinfließenden Rehbach abgerissen. Landwirte, Pendler und auch die Post mussten einen Umweg fahren und bedingt durch die Bauarbeiten ergab sich für die örtliche Feuerwehr eine kuriose Situation: Das Feuerwehrhaus befand sich auf der einen Seite des Baches und das Einsatzfahrzeug auf der anderen.

"Die alte Brücke entsprach nicht mehr den heutigen technischen Ansprüchen. Hochwasser und schwere Fahrzeuge haben ihre Spuren hinterlassen," sagt Karl Wilhem Feger vom Bauamt der Gemeinde Frielendorf.

In den vergangen zwei Wochen wurden nun die notwendigen Voraussetzungen für den Brückenschlag getroffen. Sämtliche Versorgungsleitungen für Gas, Telefon und Wasser wurden neu verlegt, das Bachbett wurde ausgebaggert und für die tonnenschweren Brückenteile vorbereitet.

Dann war es so weit: Nach mehrstündiger Verzögerung manövrierte ein Schwerlasttransport durch die engen Straßen und brachte die imposanten Betonfertigelemente zur Baustelle, während der Rehbach mittels Feuerwehrpumpen in Schläuchen umgeleitet wurde, um die Baustelle trocken zu halten.

Mit Ruhe und Gelassenheit

Mit Ruhe und professioneller Gelassenheit platzierte Kranführer Manfred Hassenpflug am frühen Nachmittag die schweren Brückenteile zentimetergenau an Ort und Stelle und schloss damit die Lücke im Straßennetz des Frielendorfer Ortsteils am Sendberg. Die neue Brücke besteht aus einem U-förmigen Unterteil und einem Deckel. Beide Teile zusammen wiegen 40 Tonnen, darüber kommt dann die neue Asphaltdecke.

Um den ortstypischen Charakter wieder herzustellen, wird zum Schluss die Brüstung der neuen Brücke aus den alten Sandsteinen ihrer Vorgängerin gemauert werden", erklärte Karl Wilhelm Feger. "Insgesamt investiert die Gemeinde Frielendorf 35.000 Euro in den Brückenneubau", erläuterte Bürgermeister Birger Fey.

Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Dann wird die neue Brücke für Jahrzehnte wieder die Menschen verbinden und das Leben im Ort ein Stückchen einfacher machen.

Von Matthias Haaß

Bilder zur Aktion:

Autokran hievte Betonbrücke über ein Fachwerkhaus

Quelle: HNA

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