Buch über das Leben ihrer Mutter geschrieben

Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht: Autorin besuchte Homberger Schüler

Homberg. Die Autorin Angela Schmidt-Bernhardt besuchte bei einer Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht die Klasse 8a des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Homberg.

Auf Einladung der Klassenlehrerin Christina Wagner las sie aus ihrem Buch „Spätsommerhimmel in Sanssouci“, in welchem sie die Erzählungen ihrer jüdischen Mutter verarbeitet hat. Kurz vor ihrem Tod erzählte die 85-jährige Puti von ihren Jugendjahren in Nazideutschland.

Angela Schmidt-Bernhardt, Tochter und Autorin, kannte sie als eine Frau, die ein Leben lang ihre Identität verbarg und mit der Scham lebte, zu den Überlebenden der Nazizeit zu gehören, die sich selbst nicht wichtig nahm, weil sie so viel anderes Leid gesehen hatte.

Eine Frau, die nur ein einziges Mal wagte, über ihre Herkunft zu sprechen – auf einem Spaziergang durch den Park von Sanssouci. Damals, im Spätsommer 1943, als die große Liebe kam, mitten im Krieg, öffnete sie ihr Herz: der Vater Halbjude, sie Vierteljüdin. Danach, und in der Nachkriegszeit, folgten das große Schweigen - und das wiederkehrende Erschrecken über Neonazis in Deutschland.

Die Schüler, die sich gerade im Deutschunterricht mit dem „Tagebuch der Anne Frank“ beschäftigen, hatten Gelegenheit, Fragen an die Autorin zu stellen. Diese beantwortete nicht nur Fragen zu ihrer Familiengeschichte, sondern berichtete über die langwierige Entstehung eines Buches und die schwierige Arbeit mit Quellen wie Briefen und Tagebüchern. (red)

Quelle: HNA

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