Backstein statt Bambus: Ein Fritzlarer hilft mit seinem Verein in Myanmar

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Hilfe in einem der ärmsten Länder der Welt: Christian Ide (Zweiter von rechts) hilft in Myanmar und hat ein Waisenhaus errichtet.

Werkel. Die Menschen in Myanmar wollen den Wiederaufbau. Sie wollen anpacken, sie sind bereit für den Aufbruch und möchten ihr Land nach vorne bringen. Das sagt Christian Ide aus Werkel. Er ist einer, der den Einwohnern hilft.

Denn die Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt können es nicht alleine schaffen. Sie brauchen Hilfe. „Sie benötigen jemanden, der zeigt, wie es gemacht wird“, sagt Christian Ide. Der gebürtige Fritzlarer ist einer der Unterstützer vor Ort. Der deutsche Entwicklungshelfer ist seit drei Jahren in Myanmar, das vielen noch unter der kolonialen Bezeichnung Birma und Burma bekannt ist.

Der 43-Jährige ist derzeit zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder in seiner Heimat. Es ist für ihn Zeit, Bilanz zu ziehen. Im vergangenen Jahr gab es für seinen Verein Save the Families Souls (SFS) vier große Projekte.

Das Schweineprojekt

Sie waren die ärmsten in ihren Dörfern: Sechs Familien sind vor eineinhalb Jahren in das Schweineprojekt von SFS aufgenommen worden. Von der Dorfgemeinschaft ausgesucht, bauten sie mit Geld von SFS einen Stall, erhielten zwei Schweine und lernten, worauf es bei der Schweinezucht ankommt.

Die ersten sechs weiblichen Ferkel sind an die nächsten Familien gegangen. Der Plan: So viele Familien wie möglich sollten von der Zucht profitieren. Inzwischen sind 20 Familien beteiligt. „Sie konnten ihre Einnahmen teilweise um 300 Prozent steigern“, berichtet Ide. Menschen aus Myanmar leitet das Projekt, der Verein hat sich zurückgezogen. „Das steuert sich komplett alleine“, freut sich Ide.

Die Flutopferhilfe

Zwei Jahrhundertfluten in zwei Jahren: Myanmar wurde zuletzt vom Schicksal arg gebeutelt. Christian Ide hat den Flutopfern geholfen, Nahrungsmittel verteilt und Filteranlagen für sauberes Trinkwasser zur Verfügung gestellt. 1650 Euro hat SFS dafür aufgebracht.

Das Stipendium

Vor drei Jahren ist das Stipendienprogramm des Vereins gestartet. Es trägt Früchte: In diesem Jahr hat eine Stipendiatin ihren Doktor in Medizin geschafft. Unterstützung gab es auch für einen angehenden Lehrer. Der Verein hat Stipendiaten mit 1280 Euro unter die Arme gegriffen.

Das Waisenhaus

Ein neues Zuhause für 120 Kinder ist im Westen des Landes entstanden. „Wir haben das Haus in diesem Jahr geplant und gebaut“, berichtet Christian Ide. Die Lebensumstände seien unhaltbar gewesen. Die Jungen wohnten in einem kleinen Raum, der einem Stall glich. Die Unterkunft der Mädchen war fragil. Die Wände bestanden aus Bambusmatten, die während der sechsmonatigen Regenzeit gelitten hatten. Sie wurden durch eine Backsteinmauer ersetzt, für die Jungen gab es einen Neubau. 15 000 Euro sind bislang in das Waisenhaus geflossen - und es gibt noch viel zu tun. Demnächst soll es eine Küche, eine Toilettenanlage und Elektrik geben.

„Der Verein lebt von Spenden aus der Region“, sagt Christian Ide über „Save the Families Souls“ (SFS). Er sei immer wieder erstaunt, wie viele Menschen seine Arbeit unterstützen. Ide sorgt in Abstimmung mit offiziellen Stellen vor Ort für die richtige Verwendung.

Spendenkonto: Save the Families Souls e.V. Fritzlar,

IBAN: DE 39 5205 2154 0110 0112 28; BIC: HELADEF1MEG

Quelle: HNA

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