Sand/Merxhausen

Verein löst sich auf, Freibad steht vor Schließung

Droht das Aus: Nach fast 51 Jahren steht das Freibad Sand/Merxhausen vor seinem Ende. Der Trägerverein wird nach Beschluss der Mitgliederversammlung aufgelöst. Archivfoto: Stehr

Bad Emstal. Trauerstimmung beim Förderverein Freibad Sand/Merxhausen. Der Verein, der in den vergangenen beiden Jahren, die Trägerschaft fürs Freibad übernommen hatte und für den Betrieb sorgte, wird sich auflösen.

„In unserer Versammlung liefen viele Tränen“, sagt Carola Göhlich. Die ehemalige Vorsitzende des Vereins und auch die übrigen Vorstandsmitglieder legten am Mittwochabend ihre Ämter nieder - aus beruflichen und familiären Gründen. Doch es fand sich niemand, der das Erbe des alten Vorstandes antreten wollte.

Dass es schwer werden würde, Nachfolger zu finden, damit hatten Carola Göhlich und ihr Bruder Sascha, bis zuletzt stellvertretender Vorsitzender, gerechnet. Daher hatten sie im Vorfeld der Mitgliederversammlung am Mittwoch auch die Werbetrommeln gerührt für die offenen Posten und Bewerbern ihre Unterstützung zugesichert. Doch am Ende bestätigten sich ihre schlimmsten Befürchtungen: „Der Verein löst sich auf.“ Viele Vereinsmitglieder hätten sich die Verantwortung nicht zugetraut.

Ohne Verein, keine Freibadsaison. Für Carola Göhlich steht fest, dass die Schließung der Einrichtung, die im Juli 51 Jahre alt wird, nun bevorsteht. Gespräche mit Bürgermeister Pfeiffer habe es bislang noch keine gegeben. Wenn die Technik für eine längere Zeit nicht genutzt werde, lasse sie sich aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr in Gang setzen. Göhlich geht davon aus, dass die Becken zugeschüttet werden, schon allein deshalb, um die Unfallgefahr zu reduzieren.

Vom Vereinsvermögen, zu dem unter anderem vier Rasenmäher, ein Kiosk und Sonnenschirme zählen, will sich der Verein trennen. Dazu werde nun eine Inventarliste erstellt. Nutznießer werden die Naturfreunde Bad Emstal sein, sie waren auch Mitglied des Fördervereins. Eine Liste mit Gegenständen und Gerätschaften, die für ein Freibad typisch sind, soll an andere Bäder geschickt werden. Bürgermeister Ralf Pfeiffer bedauert die Entscheidung des Vereins. In den kommenden Wochen wolle er sich mit den Mitgliedern des Fördervereins zusammensetzen, der nun abgewickelt wird undmit ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Ob die Freizeiteinrichtung geschlossen wird, dazu äußerte sich der Rathauschef nicht.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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