Keine Badeseen im Wolfhager Land

Baden in Tümpeln und Teichen verboten - Auch badende Hunde sind Problem

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Hier springen nur die Fische aus dem Wasser: Aber in den Stöcketeich im Wolfhager Stadtwald ist Reinspringen verboten. Auch wenn die Abkühlung im Sommer verlockend ist.

Wolfhager Land. Die Sommerferien stehen bevor, eine gute Gelegenheit, um sich in der Region zu erholen. Doch Badeseen gibt es im Wolfhager Land keine, dieses Ausflugsziel fällt also weg.

Es gibt jedoch viele Tümpel auf Wiesen und kleine Fischteiche im Wald. Zu finden sind sie beispielsweise an der Wolfhager Rattenfalle, in den Grundwiesen, den Waldwiesen am Höllchen und in den Hengstwiesen. Baden in Tümpeln im Wolfhager Land in Naturschutzgebieten (NSG) wie den Hengstwiesen ist allerdings verboten. Und auch das Baden in Fischteichen ist nicht erlaubt.

Illegale Badegäste 

„Es gibt aber Menschen, die im Sommer in Seen und Teichen in Naturschutzgebieten baden, das kann man nicht verhindern“, sagt Axel Krügener, beim RP Kassel zuständig für Naturschutzgebiete in Stadt und Landkreis. Doch was diese Schwimmer vielleicht nicht wissen: „Das Baden in diesen Gewässern ist lebensgefährlich, weil es dort Schlingpflanzen gibt und die Strömung stark ist“, sagt Theodor Arend, stellvertretender Amtsleiter des Forstamtes Wolfhagen. Im Habichtswald, seinem Verantwortungsgebiet, gebe es vor allem an alten Basaltabbaustellen solche tiefen Tümpel.

Bei hohen Temperaturen können in den Gewässern, die der Sonne ausgesetzt sind, Algen wie die Wasserpest sehr hoch wachsen, sagt Dr. Reiner Kunz, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Kassel. „Wenn man sich mit einem Bein darin verfängt, kann man in Panik geraten.“

Problem sind badende Hunde 

Im Wolfhager Stadtwald gibt es viele Fischteiche wie den Stöcketeich. Neben der Gefahr gibt es noch einen Grund, der gegen das Baden spricht. Die Teiche eigenen sich einfach nicht zum Baden. Denn sie sind meistens zu flach und liegen hinter hohen Uferpflanzen - oft werden sie auch von Fischen bewohnt.

Im Sommer ist nicht nur Badezeit, sondern bis Ende August auch Brut- und Setzzeit. „Ein wesentlich größeres Problem als Menschen sind Hunde“, sagt Axel Krügener. Hunde suchen gern die Abkühlung im Natursee, doch beim Sprung ins Wasser scheuchen sie Jungvögel auf und dadurch entsteht Unruhe. Denn: Um zum Wasser zu gelangen, müssen die Hunde durch die Uferpflanzen, wo die Ruhe- und Nistplätze von Enten und Wasservögeln sind sind, die dort brüten.

Doch auch das sei besser geworden. Er habe die Erfahrung gemacht, dass dort das Zusammenspiel von Hundehaltern und Natur funktioniere. Außerhalb der Brut- und Setzzeit ist es prinzipiell möglich, seinen Hund in einem Tümpel baden zu lassen; wenn dieser nicht im NSG liegt, so Stefan Schmidt, Sachbearbeiter für Naturschutz bei der Stadt Wolfhagen. „Wenn keine Enten mit zehn Küken in den Bruchwiesen sind, wäre das Baden von Hunden kein Problem.“

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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