Duo Badesalz verwandelte Wolfhager Kulturzelt in einen Gourmettempel

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Lieferte im Kulturzelt ein klasse Programm ab: Das Badesalz als die Dö Chefs.

Wolfhagen. Der Grantler und der Softie: Beim Comedy-Duo Badesalz sind die Rollen seit Jahrzehnten verteilt. Und so gehen der ruppige Gerd Knebel und sein sensibel angehauchter Kompagnon Henni Nachtsheim im Wolfhager Kulturzelt an den Start, wie man sie seit gut 30 Jahren kennt.

In diesem Fall als die Dö Chefs, zwei Wirte, in deren runtergekommene Läden sich längst kein Gast mehr verirrt. Die Fusion beider Spelunken soll die beiden wieder in die Spur bringen. Und so träumen Kneiper Paul und Konkurrent Henry von einem gemeinsamen Gourmettempel, in dem sie sich keine Reinfälle mehr leisten wollen. Auf Experimente wie Handkäs-Sushi oder Maggi und Magie wollen sie künftig verzichten, statt dessen edelgastronomisch punkten mit einer wohlklingenden Speisekarte, in der die Rote Gourmet-Sichel ein Rendezvous mit goldgelber Edelmarinade hat. Klingt ja allemal besser als Rindsworscht mit Senf. Zwischen dem Pläneschmieden ist ausgiebig Raum für die Comedians, sich anderen Themen zu widmen, sich Gedanken zu machen über Sinn und Zweck von Tätowierungen auch an außergewöhnlichen Körperstellen, über die Vorteile von 3-D-Druckern bei der Partnersuche und über ausgestorbene Berufe. Da sind Knebel und Nachtsheim ganz die alten Blödelköpfe: der Erbsenzähler als eine Art früher Banker, der Sattelschlepper als Cowboy ohne Pferd, der Schweinepriester für verendete Ferkel, na ja, und der Sesselfurzel zur Behandlung chemisch müffelnder Couchgarnituren. 

Zu Hochform läuft das Duo auf als altes Ehepaar, das ins Gasthaus geht, sich dort aber überhaupt nichts zu sagen hat. Grandiose, wortlose Komik. Mehr als hier und da einen Seufzer, ein Och joh, braucht es nicht. Ganz großes Kino auch die imaginäre Oscar-Dankesrede von Kneiper Henry. Da erzählt er, einen Bembel als Tröphäe herzend, von seinem Vater, einem Handcheese-Maker, lädt Bruce Willis zum Äppler-Trinken und warnt vor den Folgen: Am Ende drohe der Thinpfiff.

Ein Spanischkurs mit einem durchdrehenden Kassettenrecorder kündigt an, wohin für die gescheiterten Kneiper die Reise geht: nach Barcelona, wo sie als Dos Cheffos durchstarten. Und nach vielen Gags, aber auch einigen Längen im Programm, zeigt das Duo im Abspann Fotos von sich als Gastronomen in Spanien mit Promis aus aller Welt, vom Bunga-Bunga-König aus Italien bis zur Brikettfrisur aus Nordkorea. Heute im Kulturzelt: 20 Uhr, Doro

Quelle: HNA

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