Forstamt beklagt Folgen des Klimawandels – Pflanzen eingegangen

Bäume leiden sehr stark unter der Dürre

Wolfhager Land. Die Trockenheit bereitet nicht nur den Bauern Sorgen – auch der Wald leidet darunter: In den Wäldern des Forstamtes Wolfhagen führen die Bäche weniger Wasser – frisch gepflanzte Bäume drohen zu vertrocknen.

Insbesondere der April – und bislang auch der Mai – seien viel zu trockene Monate gewesen, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamts Wolfhagen. Üblicherweise bringe das Aprilwetter zwischen 50 und 100 Millimeter Regen pro Quadratmeter. In diesem Jahr seien stellenweise nicht einmal zehn Millimeter gefallen. „Die jungen Bäume, die wir gepflanzt haben, stehen wegen des fehlenden Regens unter enormem Stress“, sagt Zindel. 70 000 Bäume, vor allem Douglasien und Tannen, aber auch Ahorne, Eichen und Erlen hat das Forstamt vor kurzem gesetzt.

Um auf die Trockenheit zu reagieren, lagern die Förster die jungen Bäume an zentralen Stellen im Wald zwischen, wo sie regelmäßig bewässert werden. „Bis zu zwei Monate können wir so überbrücken“, sagt Zindel, „aber die Pflanzen leiden, wenn sie nicht bald eingesetzt werden.“

Die Trockenheit setze einen Trend der vergangenen Jahre fort. Dadurch seien zuletzt ungewöhnlich viele neu gepflanzte Bäume eingegangen, sagt Zindel. Sie müssten sich erst im Boden verankern und seien entsprechend empfindlich. Forstamtsleiter Uwe Zindel sieht den ausbleibenden Niederschlag als Auswirkung des Klimawandels. Auf diesen hat das Forstamt inzwischen aber reagiert: statt Fichten seien nur noch Douglasien gepflanzt worden, da diese Art besser an das veränderte Wetter angepasst sei.

Sollte sich die Entwicklung aber noch verschärfen, könne sich der Wald in den kommenden 50 bis 100 Jahren deutlich wandeln, sagt Zindel. Gerade die Buche, die das Bild des Habichtswalds prägt, sei auf ausreichend Feuchtigkeit angewiesen. ZUM TAGE, SEITE 5

Von Vera Glass und Marcus Janz

Quelle: HNA

Kommentare