Holzgaskraftwerk in der Pommernanlage offiziell am Netz

Wolfhagen. Wolfhagen ist dem Ziel bis 2015 seinen Energiebedarf aus regenerativen Quellen zu decken einen Schritt näher gekommen. Ám Donnerstag wurde auf dem Gelände der ehemaligen Pommernkaserne eine Holzgasanlage in Betrieb genommen.

Sie soll die dort gelegenen Schulen und Firmen mit Strom und Wärme versorgen.

Das Prinzip: Holzschnitzel werden in einem Kessel auf 1200 Grad Celsius erhitzt. Dabei entstehen Gase, die nach dem sie gefiltert wurden, in einem Motor verbrannt werden. Der Motor ist an eine Turbine angeschlossen, die Strom erzeugt. Die entstehende Wärme wird in das Wolfhager Fernwärmesystem eingespeist.

Alle hier heimischen Baumarten können als Brennstoff dienen. Hauptsächlich soll das Kraftwerk aber Abfälle aus der Holzindustrie verarbeiten. Im Jahr werden laut Hersteller etwa 880 Tonnen Holz in Gas verwandelt. Die Leistung des Kraftwerks in Wolfhagen würde reichen, um gut 200 Haushalte zu versorgen.  

Entwickelt wurde das Kraftwerk von der Firma Kuntschar Ernieerzeugung mit Sitz in Ippinghausen. Sie wird die Anlage in der Pommernkaserne das erste Jahr betreiben, danach soll sie an die Stadtwerke übergeben werden.

Für die Erfinder hat die Holzgastechnik mehrere Vorteile: „Im Gegensatz zu Erdöl, Kohle und Erdgas gibt Holz beim Verbrennen nur die Menge des Klimagases Kohlenstoffdioxid (CO2) in die Luft, die der Baum während der Wachstumsphase seiner Umgebung entzogen hat“, erklärte Walter Kuntschar. Außerdem ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Seit 30 Jahren tüfelt seine Firma an Holzgasanlagen.

Dazu soll das Kraftwerk für relativ wenig Geld Strom und Wärme produzieren. „Eine mit Erdgas erzeugte Kilowattstunde Strom kostet in etwa 7 Cent. Die gleiche Menge Strom können wir für zwei bis drei Cent produzieren“, sagte Kuntschar. In der Anschaffung kostet ein Holzgaskraftwerk zwischen 400.000 und  500.000 Euro.

Das Kraftwerk in der Pommernanlage sei ein Test, sagte Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake. Wenn die Anlage gut liefe, könnte eine zweite folgen. „Wir möchten die Stadt in drei Jahren komplett mit erneuerbaren Energien versorgen,“ sagte er.

Quelle: HNA

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